Streit

Gestern gab’s Streit. Mit einer meiner besten Freundinnen. Sowas ist immer beschissen. (Ja, ich fluche. Ich bin alt genug, ich darf das!) Aber dieses Mal kommt’s mir besonders schlimm vor, weil ich mit dieser Freundin seit Jahren keinen Streit mehr hatte.
Es war die perfekte Freundschaft. Es war eine von diesen Freundschaften, die mit den Worten

Früher fand ich dich total scheiße!

begonnen hat. Das sind immer die besten. Sagt jeder. War sie auch. Wir haben gelacht, geweint, waren füreinander da. Scheiße, ich hab sie vom anderen Ende der Welt einfliegen lassen, nachdem mit ihrem Kerl Schluss war! Und warum? Weil ich sie liebe, wie man eine beste Freundin nur lieben kann.
Und jetzt das. Sie lebt seit einigen Monaten mit ihrem neuen Kerl zusammen und ich freue mich, wenn sie glücklich ist. Ich bin’s auch. Also alles Friede Freude Eierkuchen? Leider nein, leider gar nicht.

Wir wollten uns treffen. Aber dann hab ich einen Spruch gerissen. Wie wir es immer tun. Seit Jahren. Über alles. Unsere Freundschaft hat immer auch darin bestanden, uns über einander lustig zu machen. War keine große Sache. Wir haben nix auf die Goldwaage gelegt. Wir haben darüber gelacht und fertig. Aber gestern hab ich sie wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Obwohl das eigentlich noch zu gelinde ausgedrückt ist. Sie ist regelrecht ausgerastet. Vorgestern auch schon, nur weil ich, nachdem sie nach einer anderen, gemeinsamen Freundin gefragt hat, sagte, sie solle mit dieser Freundin selbst sprechen.
Ich habe das leise Gefühl, dass sie im Moment ALLES in den falschen Hals bekommt. Und ich hab keine Ahnung, warum. Zugegebenermaßen, es verletzt mich auch. Zumal ich sie seit Wochen nicht gesehen habe. Und jetzt sowas???

Unsere gemeinsame Freundin versteht übrigens auch nicht, was da los ist. Ob es mit ihrem Typ zu tun hat oder mit ihrer Ernährungsumstellung…
Ich hoffe, letzteres. Ich habe Angst, dass es Ersteres ist und sie erst wieder cool mit mir ist, sobald mit diesem Typen Schluss sein sollte. (Klopf auf Holz, dass es nicht so ist. Wie gesagt, ich liebe sie und ich will, dass sie glücklich ist) Ich will nicht die Freundin sein, mit der sie nur abhängen kann, wenn es ihr nicht so berauschend geht. Ich will auch an den schönen Teilen ihres Lebens teilhaben. Kann ich aber nicht, wenn ich nicht ich sein darf, so wie wir es immer waren.

Eine klassische Zwickmühle.

Und jetzt? Ich werde abwarten. Denn auch, wenn es kindisch klingt, ich werde ihr ausnahmsweise mal nicht hinterherrennen. Denn das habe ich mit vielen falschen Freunden zu lange gemacht. Es ist anstrengend, höllisch anstrengend. Ich hoffe, sie kommt dieses Mal auf mich zu. Oder es schafft sich auf wundersame Weise selbst aus der Welt. Wie schon so oft.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

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