Organspende

Dieser Artikel beschäftigt sich, im Rahmen des #mayBEbetter von der zauberhaften Nina Kutschera, mit dem sehr ernsten Thema Organspende. Wem ein Gespräch über Tod und Leiden zu viel ist, der höre bitte jetzt auf zu lesen. Alle anderen, setzt euch mit diesem Thema auseinander und trefft die für euch richtige Entscheidung. Tut bitte nicht so, als wäre eure Entscheidung allgemeingültig, das tue ich auch nicht. Tut aber bitte auch nicht so, als wäre dieses Thema nicht wichtig und als müsse man nicht darüber nachdenken.

Ich habe seit einigen Jahren einen Organspendeausweis. Er ist klein und gelb und in meinem Portemonnaie im Fach mit der EC-Karte zu finden. Mein Lieblingsmann, meine Eltern und meine besten Freunde wissen, dass ich einen Ausweis besitze und was drinsteht, nur für den Fall der Fälle. Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden: Der Ausweis wird erst so richtig wichtig, wenn ich mal tot bin und mich zu dem Thema eh nicht mehr zu Wort melden kann. Und wenn mein Ausweis dann aus irgendeinem Grund nicht greifbar oder gar weg sein sollte, möchte ich, dass meine Entscheidung den Menschen bekannt ist, die sowas dann entscheiden müssen oder sollen. Sodass sie gar nicht darüber nachdenken müssen, wenn die Ärzte sie fragen, ob mir Organe wie Herz und Lunge entnommen werden dürfen, sondern einfach sagen können:

Ja, nehmen Sie alles. Sie wollte es so.

Denn das steht in meinem Organspendeausweis, neben meinem Namen, meiner Adresse und meinem Geburtstag noch drin. Dass man mir alle verwertbaren Organe zum Zwecke einer Organspende entnehmen darf, damit anderen Menschen das Leben gerettet werden kann.

Ich möchte nicht so tun, als hätte ich die Debatte um Listenfälschungen und Korruption, Organhandelmafia und Ärztepfusch nicht mitbekommen. Und natürlich sind das schreckliche Dinge, die da vor sich gehen, das möchte ich nicht beschönigen.
Und dennoch habe ich für mich diese Entscheidung so getroffen, im Grunde aus einem einfachen, ganz pragmatischen Grund: Wenn meine Lage so hoffnungslos ist, dass ich nur durch Maschinen und im Koma am Leben gehalten werden kann, wenn ich hirntot bin, sodass ich eh nie wieder dieselbe sein würde, wofür brauche ich meine Organe dann noch? Ich bin nich so gläubig, dass ich „komplett“ beerdigt werden möchte (um ehrlich zu sein, habe ich mir über meine Beerdigung noch gar keine Gedanken gemacht) und es ist mir egal, ob sie mich für den Sarg mit alten Zeitungen ausstopfen. Was mir nicht egal ist, ist die Möglichkeit, einem anderen Menschen das Leben retten zu können, indem er mein Herz bekommt. Und ja, dann ist es mir auch fast egal, wie er auf Platz 1 bei Eurotransplant gekommen ist.
Und ja, ich kenne die Tatsachen, ich weiß, dass das nur eine Möglichkeit ist und dass es sein kann, dass meine Organe vom Spender abgestoßen werden und dass ich zuerst herztot sein kann und mir dann gar nichts entnommen werden kann und und und.

Aber wenn ich die Möglichkeit habe, mit meinen, noch intakten Organen, einem anderen ein paar mehr Jahre Lebenszeit zu verschaffen und ihm zu helfen, ein lebenswertes Leben zu führen, wenn ich doch eh nicht mehr bin, reicht mir das.

Mich würde jetzt interessieren, wie die Leser meines Blogs zur Organspende stehen. Natürlich höflich und gesittet!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

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