Feminismus ≠ Männerhass

Ich bin eine Feministin.

Das klingt jetzt erstmal hart und viele erwarten wahrscheinlich, dass ich jetzt anfange, darüber zu lästern, wie Männer uns unterdrücken und dass wir Frauen ja sowieso die besseren Menschen sind. All denen, die das jetzt von mir erwarten, sei gesagt: Falsch gedacht. Von mir aus könnt ihr euch gleich verpissen. Denn nichts dergleichen wird im Folgenden kommen.
Ja, ich bin gegen die Pay Gap. Ja, ich finde es scheiße, dass es immer noch Länder gibt, in denen Frauen weder wählen dürfen, noch selbst entscheiden dürfen, was sie aus ihrem Leben machen wollen. Frauen sollten die Möglichkeit haben, genau das zu tun, was sie wollen. Ohne dass IRGENDJEMAND ihnen vorschreibt, was das ist oder wie sie es anzugehen haben.

So, jetzt, wo wir die Basics geklärt haben, gehen wir mal ein bisschen ins Detail. Ich finde nicht, dass Frauen nicht am Herd stehen sollten. Ich finde nicht, dass Frauen als Mütter nicht zu Hause bleiben sollten. Ich finde nicht, dass Frauen nicht putzen sollten.
Das widerspricht dem, was ich vorhin geschrieben habe, denkt ihr? Oh nein, tut es ganz und gar nicht. Der Teufel liegt im Detail. Ich finde nicht, dass Frauen vorgeschrieben werden sollte, was sie tun sollen. Wenn jetzt aber eine Frau daherkommt, die gerne kocht, warum sollte sie das nicht tun? Wenn eine Frau ganz in ihrer Mutterrolle aufgeht, warum sollte sie das nicht tun? Und genauso sollte sie, wenn sie Karriere machen möchte, die Möglichkeit haben, auch dies zu tun. Niemand sollte sie davon abhalten, den Chefsessel einer renommierten Firma zu bekleiden – wenn sie denn qualifiziert für den Job ist.

Und hier kommen wir zu meinem großen Problem mit dem Feminismus: Die Frauenquote. Versteht mich nicht falsch, ich finde durchaus, dass Frauen die gleichen Chancen auf einen Job haben sollten wie Männer. Aber ich finde nicht, dass ein Geschlecht nur aufgrund eines Chromosoms bevorzugt werden sollte – weder Männer, noch Frauen. Wenn die Frau besser für den Posten qualifiziert ist als der Mann – Congrats! Wenn es umgekehrt ist – Congrats! In meiner Vorstellung ist es genau so einfach. Ich spreche hier natürlich nicht nur von Schulnoten oder Abschlussnoten im Studium, sondern auch von Fähigkeiten wie Durchsetzungsvermögen, Gerechtigkeitssinn, Leistungsbereitschaft etc. Aber ich denke nicht, dass nur Männer diese Fähigkeiten in ausreichendem Maße mitbringen. Ich habe nun schon einige Chefs über mir gehabt und lasst euch sagen: Die Frauen waren da definitiv die Stärkeren mit mehr „Chef-Attitude“.

Aber genau das ist der Punkt: Wenn eine Frau für einen Job geeigneter ist als ein Mann, dann sollte sie ihn auch bekommen. Und sie sollte für die gleiche Arbeit nicht weniger bekommen, als ihr männlicher Kollege. Sie sollte nicht genötigt werden, etwas zu tun, was sie nicht will, sei es das „zu Hause bleiben und die Kinder hüten“ oder in einem Job arbeiten, der ihr überhaupt keinen Spaß macht. Und genau das sollte Männern auch zugestanden werden. Männer müssen nicht immer Jäger und Sammler sein. Sie können auch liebevolle Familienväter sein, die auf die Kinder aufpassen, während Mutti Karriere macht. Oder Mutti und Papi machen beide Karriere und teilen sich die Kindererziehung. Wie wäre denn das? Wirklich innovativ, oder?

Ich bin also für Gleichberechtigung. Und gegen Unterdrückung. Egal, wer unterdrückt wird. Sei es die Frau, der Mann, der Homosexuelle, die Transfrau, der Schwarzafrikaner, die Muslima, das dicke Mädchen, der kleine Junge, oder oder oder. Ich könnte noch ewig so weitermachen. Und wie ich bereits in früheren Beiträgen immer wieder klar gesagt habe: Jeder Mensch ist wundervoll, so wie er ist!

Eine kleine Anekdote an dieser Stelle: Wusstet ihr, dass Queen Elizabeth II. von England gelernte KFZ-Mechanikerin ist? Sie fährt für ihr Leben gern selbst Auto und kann es auch reparieren, wenn sie irgendwo liegen bleibt. Und trotzdem ist sie Mutter, Königin, immer adrett gekleidet und hat die besten Umgangsformen – das schließt sich also nicht aus.

Ich finde übrigens nicht, dass wir Frauen uns selbst unterdrücken, wenn wir als Mutter zu Hause bleiben oder gerne am Herd stehen. Solange dies unsere freie Entscheidung und unser freier Wille ist, machen wir tatsächlich alles richtig.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

 

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