Introvertiert vs. Extrovertiert

Hi, ich bin introvertiert.
Was, du bist schüchtern? NEIN!

Laut Wikipedia sind „Introversion und Extraversion […] zwei Pole einer Persönlichkeitseigenschaft, die durch die Interaktion mit der Umwelt charakterisiert wird.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Introversion_und_Extraversion) Introvertierte Menschen richten ihre Energie dementsprechend stärker nach innen, extrovertierte Menschen eher nach außen. Das hat nichts, ich wiederhole, nichts mit Schüchternheit zu tun. Nur, damit wir was direkt vom Tisch haben.

Ich gehöre also eher zu den introvertierten Menschen. Doch was bedeutet das jetzt konkret? Ich bin nicht schüchtern, weiß Gott nicht. Ich kann auf Menschen zugehen, lerne schnell neue Leute kennen und habe auch kein Problem damit, meine Meinung zu sagen. ABER, und das ist der springende Punkt: Manchmal brauche ich Zeit ganz für mich. Introvertierte Menschen schöpfen Energie daraus, allein zu sein. Extrovertierte hingegen brauchen dafür Gesellschaft.
Wenn ich also zu lange bzw. zu häufig mit zu vielen Menschen zu tun habe, fühle ich mich erschöpft, ausgelaugt und brauche erstmal wieder Ruhe, um neue Kraft zu tanken. Das ist erstmal nichts dramatisches, wird aber schwierig, wenn plötzlich sehr viele Menschen etwas von dir wollen, sei es privat, in der Uni oder im Berufsleben. Selbst den Lieblingsmann habe ich schon das ein oder andere Mal deswegen vor den Kopf gestoßen.

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich liebe meine Familie und meine Freunde. Ich treffe mich gern mit ihnen, bin durchaus ein geselliger Mensch. Aber eben nicht 24/7. Ich bin noch heute mit einigen ehemaligen Arbeitskollegen verabredet und freue mich darauf. Ich freue mich aber genauso darauf, morgen nicht so viele Menschen um mich zu haben. Um dann Freitag nochmal ordentlich durchzustarten.

Ich genieße es, allein zu sein. Das klingt, wenn man es so liest, ziemlich traurig, oder? Ist es gar nicht. Es tut mir wirklich gut, allein zu sein. In dieser Zeit höre ich laut Musik, schaue alberne (oder auch gehaltvolle) YouTube-Videos, schreibe für den Blog. Und wenn ich dann Kraft geschöpft habe, verbringe ich Zeit mit Menschen. Natürlich genieße ich es auch, mit Freunden unterwegs zu sein. Dann sind wir aber in aller Regel nicht mehr als sechs Leute auf einmal. Und das reicht mir. Je mehr Menschen ich um mich habe, desto anstrengender wird es für mich.

Was mich zu einem weiteren Problem bringt: Das Arbeitsleben. Ich habe ja bekanntlich einen Job. Ich gehe also zwei Mal die Woche in’s Büro. Und was soll ich sagen? Je mehr Menschen gleichzeitig da sind, desto anstrengender finde ich es. Neulich waren wir gerade einmal zu viert bzw. zu dritt. Ihr glaubt gar nicht, wie angenehm das für mich war! Ich war unfassbar produktiv und hatte Spaß mit meinen Kolleginnen! Wenn wir aber 12 Leute gleichzeitig sind, wird’s für mich schon schwerer, mich zu konzentrieren. Zum Glück sind wir dann auf drei Büros aufgeteilt.

Eine weitere Schwierigkeit, mit der introvertierte Menschen zu kämpfen haben: Absagen. Zu große Events wie riesige Partys sind für Menschen wie mich anstrengend. Ich wäge daher genau ab, ob es für mich oder jemanden, der mir nahe steht, wichtig ist, dass ich dort erscheine, oder ob ich es auch sein lassen kann. Natürlich würde ich niemals die Geburtstagsparty eines meiner Freunde absagen. Aber ich muss gestehen, dass ich schonmal eine große Party einer losen Bekannten abgesagt habe, weil ich Ruhe brauchte. Das ist nicht besonders schön, aber notwendig, damit es mir gut geht.
Ebenfalls zum Thema absagen gehört, dass ich mich leider zu selten bei den mir nahe stehenden Menschen melde. Meine Mutter bekommt das am häufigsten zu spüren, aber auch Freunde sind betroffen. Euch sei an dieser Stelle gesagt: Ich liebe euch sehr, seid mir nicht böse, wenn der nächste Anruf mal wieder auf sich warten lässt!
Ich kann das nur manchmal einfach nicht, weil ich die Ruhe und das Alleinsein brauche. Wie bereits erwähnt, habe ich damit auch meinen Lieblingsmann schon vor den Kopf gestoßen. Wenn er nämlich gern zusammen einen Film oder so ansehen würde, ich aber Ruhe brauche, sage ich das ganz klar. Das endet dann oft darin, dass er den Film alleine sieht und ich im Schlafzimmer bin und Musik höre. Oder etwas lese. Das ist für mich in dem Moment einfach besser, obwohl es mir für ihn natürlich leid tut. Aber er kennt mich, er weiß, wie ich bin und hat sehr viel Verständnis dafür. Und ihr glaubt gar nicht, wie dankbar ich dafür bin!

Wenn also mal wieder einer eurer Freunde eine große, fette Party absagt oder zwei Wochen nichts von sich hören lässt: Seid nicht sauer. Vielleicht ist er ja, wie ich, introvertiert und musste einfach mal wieder Kraft tanken. Es hat in den allermeisten Fällen nichts mit euch zu tun!

Leider kann ich zu der Persönlichkeit von extrovertierten Menschen nicht viel sagen, da ich ja schlecht in andere hineinschauen kann. Wer also davon berichten möchte, ist in den Kommentaren herzlich dazu eingeladen.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Advertisements

1 Kommentar zu „Introvertiert vs. Extrovertiert“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s