#BackToTheRoots: To my 16-year-old self II

Der erste Beitrag an mein 16-jähriges Ich erschien auf dem Blog vor über eineinhalb Jahren. Seitdem ist einiges passiert. Doch darum soll es heute nur bedingt gehen. In letzter Zeit treibe ich mich ja vermehrt auf twitter herum und habe deshalb vermehrt mit sehr jungen Menschen zu tun. Sehr junge meint in diesem Fall, dass die Jugendlichen rund zehn Jahre jünger sind als ich, manche sogar noch jünger. Ich lese dort also von ihren Problem und Sorgen und manchmal auch von ihrem Liebeskummer. Und im Rahmen dessen drängt sich mir eine Überlegung auf:

Kann man mit 14, 15, 16 wissen, was Liebe ist?

Die 14-, 15-, 16-jährigen würden jetzt vermutlich zu allermeist mit JA antworten. Aber denken wir doch erstmal darüber nach. Was bestimmt denn, ob wir wissen, was Liebe ist? Unser tatsächliches Alter? Unsere Reife? Oder unsere Lebenserfahrung? Weiß ich, mit 26 Jahren, was Liebe ist? Man sollte es meinen, immerhin bin ich verheiratet. Und im Grunde würde ich das auch behaupten.

Mit 14 Jahren hatte ich meinen ersten richtigen Freund. Wir waren fast dreieinhalb Jahre ein Paar. Mal glücklicher, mal weniger glücklich. Wir haben uns gesagt, dass wir uns lieben. Doch stimmt das? Ja, ich habe viel für diesen Jungen empfunden. Natürlich habe ich das. Heute, mit ein bisschen Abstand, würde ich diese Beziehung dennoch anders bewerten. Mit dem Wissen, der Erfahrung von heute wäre ich wahrscheinlich gar nicht so lange mit ihm zusammen geblieben.
Also: War das Liebe? Ich war ziemlich verliebt. In meinen Augen besteht aber ein Unterschied zwischen ‚ziemlich verliebt sein‘ und Liebe.

Heute bin ich in meiner zweiten ernsthaften Beziehung. Seit bald achteinhalb Jahren. Seit einem halben Jahr verheiratet. Hätte ich meinen Lieblingsmann geheiratet, wenn ich ihn nicht lieben würde? Nein. Denn unsere Liebe ist ein Grundpfeiler für unsere Beziehung. Das heißt, ich müsste wissen, was Liebe ist.
Als ich mit dem Lieblingsmann zusammenkam war ich 17 Jahre jung. Kurz darauf wurde ich 18. Wusste ich damals, was Liebe ist? Vermutlich nicht. Denn ich denke, dass Liebe eine so unfassbare Größe ist, die so unterschiedlich definiert werden kann, dass man nie zu 100% sagen kann, man wisse, was Liebe ist.

Was ich also Menschen sagen würde, die zehn Jahre oder mehr jünger sind als ich? Eine Phrase, die so abgedroschen klingt, weil sie jeder von uns schon gehört hat und die Person, die sie sagte, dafür gehasst hat. Doch heute, wiederum mit etwas Abstand, kann ich sagen, dass diese Phrase so viel Wahrheit enthält.

Du bist noch so jung!

Denn das bist du. Egal, ob du 14, 15 oder 16 bist. Du musst überhaupt nicht wissen, was Liebe ist. Du darfst schwärmen, dich verknallen, dich verlieben, eine Beziehung austesten – und das so gut wie ohne Konsequenzen! Ja, Liebeskummer ist scheiße. Aber: Er vergeht, auch wenn du das in dem Moment nicht glauben magst.
Deshalb: Genieße das Verliebtsein, genieße es, jemanden zu haben, denn du sehr gern hast und der dich sehr gern hat. Aber verstrick dich nicht in ein ‚wir sind so-und-so lange zusammen, also lieben wir uns, also können wir uns niemals trennen, auch nicht wenn die Beziehung scheiße ist.‘ Denn das stimmt nicht.

Grundsätzlich bin ich natürlich eine Verfechterin des ‚Bis der Tod uns scheidet‘. Und ich bin auch kein Freund unserer Wegwerf-Gesellschaft, in der man nur so lange in einer Beziehung ist, bis es schwierig wird und sich dann verlässt.
Aber: Wenn man in einer Beziehung nicht mehr zu 100% glücklich ist, sollte man darüber sprechen. Und wenn man dazu gerade einmal 14, 15 oder 16 ist, sollte man es sich nicht so schwer machen. Ihr habt alle Zeit der Welt, den oder die Richtige/n zu finden! Ihr solltet glücklich sein, Spaß haben. Ihr solltet euch gar keine Gedanken machen müssen, ob ihr wisst, was ‚Liebe‘ bedeutet. Ich kenne Menschen über 30 oder gar 40, die es nicht wissen.

Ihr habt noch so verdammt viel Zeit!

Um also nochmal zur Eingangsfrage zurückzukehren: Ich glaube nicht, dass man mit 14 unbedingt wissen muss, was Liebe ist. Ich glaube, man weiß es auch noch nicht wirklich.  Liebe entwickelt sich. Ich glaube auch nicht an Liebe auf den ersten Blick. Eine Beziehung braucht Zeit, um echte Liebe zu entwickeln. Und oft wird Liebe natürlich mit dem Verliebtsein, dem ‚Schmetterlinge im Bauch haben‘, dem ’nicht genug voneinander kriegen können‘ verwechselt.
Wenn ihr die Zuneigung, die ihr in dieser ersten Phase der Beziehung füreinander empfindet, in die Realität, in den Alltag übertragen könnt, in eine Zeit ohne Schmetterlinge im Bauch, dann bekommt ihr vielleicht eine Idee von Liebe.

Lasst uns sehr gern darüber sprechen, was Liebe ist. Denn die definiert wahrscheinlich jeder von uns unterschiedlich.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

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