Privatsphäre und Promis

In letzter Zeit habe ich mich relativ häufig mit den so genannten Personen des öffentlichen Lebens, auch gern als Promis bezeichnet, beschäftigt. Man sieht sie überall. Auf YouTube, in Blogs, auf twitter, instagram und so weiter. Sie geben in vielen Fällen viel von sich Preis. Neben ihrem Vornamen erfährt man oft den Wohnort, den aktuellen Beziehungsstatus, ihr Reiseverhalten, ihre politische Meinung und noch so viel mehr. Und da stellt sich mir immer und immer wieder eine bestimmte Frage:

Haben Personen des öffentlichen Lebens ein Recht auf Privatsphäre?

In dem Zusammenhang muss der Begriff der Privatsphäre zunächst definiert werden. Der Duden definiert das Wort folgendermaßen: „private (1a) Sphäre, ganz persönlicher Bereich“ (Quelle). Die Definition von privat ist dabei „nur die eigene Person angehend, betreffend; persönlich“ (Quelle). In diesen Definitionen ist die Antwort auf die Frage im Grunde sogar schon enthalten. Dinge, die nur die eigene Person etwas angehen, müssen (und sollen?) nicht in die Öffentlichkeit.

In der Öffentlichkeit wird aber oft von Personen des öffentlichen Lebens etwas Anderes erwartet. Es sollen bitte alle privaten Belange (Verdienst, sexuelle Auslastung, Körbchengröße) öffentlich gemacht werden, nur weil ein Teil des Lebens auf YouTube, Blogs oder anderen sozialen Medien geteilt wird. Und wenn eine Person dann mal Tacheles redet und sagt, dass sie nicht bereit ist, bestimmte Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen, dann gibt es sehr schnell einen Aufschrei, verbunden mit dem Kommentar „Ja, aber du stehst doch in der Öffentlichkeit… man wird doch nochmal fragen dürfen!“
Aber ist das so?

Muss man sich jeden Kommentar, jede Kritik (egal, ob konstruktiv oder nicht) und jede Frage gefallen lassen, nur weil man beruflich in der Öffentlichkeit steht? Klare Antwort: NEIN!

Es ist immer die Entscheidung der jeweiligen Person, was sie sagen, teilen und von sich preisgeben will. Und es gibt durchaus indiskrete, unangebrachte und auch unhöfliche Fragen, die man als Person der Öffentlichkeit kritisieren darf. Wenn man sich durch eine Frage bedrängt fühlt, wenn man eine Frage unangebracht findet, muss man das sagen dürfen, unabhängig davon, ob man selbst in der Öffentlichkeit steht oder nicht. Wer würde sich denn eine Frage z. B. zur sexuellen Auslastung von einer völlig fremden Person an der Fleischtheke im Supermarkt gefallen lassen? Vermutlich die Wenigsten. Warum sollten also Personen der Öffentlichkeit sich das gefallen lassen müssen?
Dieses Verhalten ist unhöflich, Punkt.

Ich muss zugeben, ja, auch ich bin neugierig. Und ja, auch ich verfolge die Informationen, die ich über Personen, die ich gut finde, im Internet. Auch ich habe schon nach so genannten Promis gegoogelt. Und glaubt mir, ich habe gute Recherche-Fähigkeiten. Aber, der Unterschied: Ich interessiere mich nur für Informationen, die Personen freiwillig von sich preisgeben. Und wenn ich durch Zufall auf weitere Informationen stoße, die die Person nicht selbst von sich preisgegeben hat – dann halte ich, verdammt nochmal, die Klappe! Ich behalte diese Dinge für mich, weil die Person, der Promi, doch offensichtlich nicht will, dass diese Informationen an die Öffentlichkeit gelangen!

Ich denke, dass das Verhalten und der Umgang mit solchen Informationen viel mit Anstand, Kinderstube und Höflichkeit zu tun hat. Selbst wenn ihr Informationen über eine Person des öffentlichen Lebens habt, die noch nicht der breiten Öffentlichkeit bekannt sind: Geht damit nicht hausieren. Fragt die Personen nicht über ihr Privatleben aus. Und wenn ihr eine Frage stellt und diese ignoriert oder nicht beantwortet wird – dann hört einfach auf zu Fragen!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Hallo 2017

Okay, ich gebe zu, ich bin zuletzt extrem still gewesen. Es ist mir auch ein bisschen peinlich. Aber ich habe gute Gründe für meine lange Abstinenz, versprochen! Und jetzt bin ich ja auch wieder da. Aber von vorn.

Mein letzter Beitrag ist von Anfang November. Und ja, ich musste nachschauen, ich wusste es nicht mehr. Was ist danach passiert? Ich war bei einem Konzert, für ein Wochenende in Hamburg, habe meiner besten Freundin beigestanden, habe meinen Job gekündigt und Weihnachten und Silvester gefeiert. Und das alles in knapp zwei Monaten. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber neben dem üblichen Wahnsinn mit Arbeiten und Uni und Privatleben ist es eben doch viel. Und deshalb war es hier so still – weil die anderen Dinge eben eine höhere Priorität hatten.

Zuerst war ich auf einem Konzert. Es war sehr schön. Wenn Interesse an einer ausführlichen Recap besteht, lasst es mich wissen. Direkt im Anschluss bin ich ganz allein in meiner Lieblingsstadt, Hamburg, gewesen. Ich musste einfach mal raus, vier lange Tage. Ich habe die Zeit allein verbracht und das sehr genossen. Dazu kommt aber demnächst nochmal ein seperater Blogpost.

Kaum, dass ich wieder da war, brauchte meine beste Freundin mich. Und ich war da, wie sich das gehört. Zeitgleich habe ich meinen bisherigen Job zum Jahresende gekündigt (kurze Fristen ftw!). Dann kamen auch schon Weihnachten und Silvester. Und jetzt sitze ich hier. 2017.

Frohes Neues!

Ich hoffe, es geht euch allen gut. Ihr habt die Feiertage gut überstanden und seid gut reingerutscht. Ich bin es. Und bin voller Elan, Tatendrang und Motivation, wieder loszulegen. Doch ich muss zugeben, dass ich in Zukunft zunächst nicht ganz so oft dazu kommen werde, zu bloggen. Ich habe zwar meinen Job gekündigt, aber irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Und als Studentin darf man, wenn man weiter schön günstig krankenversichert sein möchte, nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Und deshalb ist meine Zeit sehr begrenzt.

Doch nun bleibt natürlich die Frage, was ich denn derzeit so beruflich mache. Tja, das ist im Grunde ganz einfach:

Ich habe mich selbstständig gemacht.

Ich bin seit dem 01.01.2017 freiberufliche Lektorin und Texterin. Ich arbeite für mich. Selbst und ständig, wie man den Selbstständigen nachsagt. Und deshalb ist viel zu tun. Ich kümmere mich ab sofort um alle Belange selbst. Deshalb wird hier nicht mehr so viel los sein wie letzten Oktober. Das ist aber nicht schlimm, hoffe ich. Ich habe genug zu tun, glaubt mir.

Der Plan ist, dass in nächster Zeit neben meinen normalen Themen auch Posts zur Selbstständigkeit kommen, mit Tipps und Tricks, mit wichtigen Dingen, die zu beachten sind und Fehlern, die ich gemacht habe. Wenn es allgemein oder spezifisch Fragen dazu gibt, immer her damit!

Ich bin auf jeden Fall wieder hier. Mal gucken, wie oft.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Warum man immer tun sollte, was man liebt

Ein sehr langer Titel für einen Blogpost. Aber, um ehrlich zu sein, ist mir nichts Kürzeres eingefallen. Und dank dieses langen Titels braucht der Post keine lange Einleitung, denn im Grund ist ja klar, worum es gehen wird, oder?
Kurz zum Hintergund: Inspiriert hat mich ein YouTube-Video, das ich euch im folgenden verlinken werde. Schaut es euch an, lasst dem jungen Mann vor der Kamera ein bisschen Liebe da und dann lest hier weiter! 😉

Nun also zu meinem Anliegen. Viele wichtige Dinge sind in dem Video ja bereits angesprochen worden. Im Grunde geht es darum, dass man immer tun sollte, was man liebt. Seiner Passion, seiner Leidenschaft nachgehen. Sich nicht in eine Rolle drängen lassen, sei es beruflich oder privat, die man nicht ausfüllen will, in die man nicht reinpasst.

Leider schreibt uns die Gesellschaft ganz oft genau das vor. „Du brauchst einen sicheren Job!“ heißt es dann, oder „Du musst dich den gesellschaften Normen und Werten anpassen!“ Aber das eigene Glück, die eigene Zufriedenheit bleibt dabei auf der Strecke. Und das kann krank machen.

Meine Erfahrungen:
Ich selbst habe 2009, direkt nach dem Abitur, eine Ausbildng angefangen. Ich wollte Ergotherapeutin werden. Wenn man mich heute fragt, kann ich nicht einmal mehr genau sagen, warum. Aber es klang spannend, also habe ich mich an Schulen beworben. Als kurze Information: Es gibt sowohl staatliche als auch private Schulen. Ich war an einer privaten Schule und musste dort ordentlich Schulgeld blechen.
Die ersten eineinhalb Jahre der Ausbildung waren toll. Wir hatten Unterricht, haben viel über Anatomie, Krankheitsbilder, Psychologie und viele handwerkliche Dinge gelernt. Ich habe tolle neue Menschen kennen gelernt, unter anderem meine heutige beste Freundin. Ich habe viel aus dieser Zeit mitgenommen, war eine gute Schülerin und bin noch heute in meiner Familie Ansprechpartnerin für Krankheiten. Doch dann kam die Wende.
Es ging in das erste Praktikum. Ich kam in eine Praxis für Ergotherapie und Logopädie. Ich sollte nun selbst mit Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen arbeiten. Und dann wurde mir eine Sache zum Verhängnis: Ich hatte vorab kein Praktikum zur Orientierung gemacht. Ja, das war dumm. Ich würde es heute anders machen. Ich wusste also leider nicht wirklich, worauf ich mich einließ, war überfordert mit der Arbeit dort und nahm zu viel von den Erlebnissen in der Praxis und auf Hausbesuchen mit nach Hause.

Und das machte mich krank. Ich wurde kreuzunglücklich, wollte es aber noch nicht wahrhaben. Ich verlor ein Stück weit meine Lebensfreude, war ständig müde, ausgelaugt und hatte in meiner Freizeit keine Lust, irgendetwas zu machen. Einige Menschen in meinem Umfeld tippten damals auf Burnout. Mein Exfreund meinte in einem kurzen Gespräch, es sei wohl eher eine Depression. Ich habe es niemals herausgefunden, da ich es nicht behandeln lassen habe.
Ich wurde auch körperlich krank. Ich schlief schlecht, was zu Leistungs- und Konzentrationsproblemen führte. Ich bekam eine Magenschleimhautentzündung, wie ich sie schon einmal hatte, als ich psychisch großem Stress ausgesetzt gewesen war. Und trotzdem ging ich immer weiter hin.
Eines Tages fragte meine Anleiterin im Praktikum mich, warum ich eigentlich überhaupt weitermachen würde, wo ich mich doch so schwer tat. Meine Antwort:

Um es mir und allen anderen zu beweisen.

Nach diesem Gespräch ging ich nach Hause und die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Was tat ich hier eigentlich?! Ich wollte eine teure Ausbildung weiterführen, die mir weder Spaß machte, noch mit ausfüllte, nur um es irgendjemandem zu beweisen? Ich wollte noch mehrere tausend Euro in einen Job investieren, den ich definitiv nicht ausüben würde? Ich wusste ja noch nichtmal, ob ich die Abschlussprüfungen so schaffen würde. Ich stellte fest, dass der Beruf der Ergotherapeutin eindeutig der Falsche für mich war.

Nach dieser Erkenntnis stand meine Entscheidung relativ schnell fest: Ich würde die Ausbildung abbrechen. Doch was dann? Ich besann mich auf das, was mir schon immer Spaß gemacht hatte: Das Schreiben. Da es in diesem Bereich wenig Möglichkeiten gibt, ohne Studium eine Ausbildung zu machen oder beruflich Fuß zu fassen, bewarb ich mich an verschiedenen Universitäten der Umgebung auf verschiedene Studiengänge: Journalistik bzw. Journalismus, Germanistik, Publizistik. Angenommen wurde ich dann an der Universität Duisburg-Essen für Germanistik auf 2-Fach Bachelor of Arts. In diesem Jahr habe ich dort eben jenen Abschluss erworben.

Wie hat mein Umfeld reagiert?
„Gemischt“ trifft es wohl am besten. Meine Eltern haben meine Entscheidung akzeptiert, hatten sie doch gesehen, wie schlecht es mir in der Ausbildung gegangen war. (Um ehrlich zu sein, waren sie in erster Linie froh, dass ich nicht schwanger war oder so, sondern ’nur‘ die Ausbildung abbrechen wollte). Der Lieblingsmann riet mir, die Ausbildung noch zu Ende zu machen, damit ich wenigstens überhaupt etwas hätte. Habe ich sofort ausgeschlagen, weil ich ja wusste, dass mir das absolut nichts bringen würde (vermutlich nicht mal einen Abschluss!). Die Schule hat mich gefragt, ob es nicht doch an der Praxis liegt und ob ich nicht doch nochmal darüber nachdenken wollte (danke, nein.). Mein Freundeskreis hat verständnisvoll reagiert, aber was hätten sie auch tun sollen? Meine heutige beste Freundin hatte am meisten Verständnis, wusste sie doch, wie schwer die Ausbildung sein kann. Sie ist übrigens der einzige Mensch aus der Ausbildung, mit dem ich überhaupt noch Kontakt habe.

Ich ging also, nach dem Gespräch mit dem Lieblingsmann und meinen Eltern, ein letztes Mal zur Schule, überraschend gefasst, um mit der Schulleitung und meiner Kursleitung zu besprechen, was ich entschieden hatte. Kündigungsgespräche fielen mir offenbar immer schon leicht, denn nach nicht einmal 30 Minuten war alles geklärt. Ich rief in der Praxis an, meldete mich ab und das war’s.

Was war die Folge?
Ich fühlte mich instant besser. Ich wurde schlagartig fröhlich, konnte wieder gut schlafen und nach drei Tagen waren die Magenprobleme wie weggeblasen. Überraschend? Nicht wirklich. Der falsche Beruf, das falsche Leben kann krank machen. Nicht nur, dass man dauerhaft unzufrieden ist, sondern man kann wirklich ernsthafte gesundheitliche Probleme davontragen.
Es hat mich etwa eineinhalb Jahre gekostet, diese Erkenntnis zu erlangen. Und mit diesem Post möchte ich euch helfen. Ich möchte verhindern, dass es bei euch auch so lange dauert, zu kapieren, dass ihr immer tun solltet, was ihr liebt.

Lasst euch nicht einreden, ihr müsstet einen bestimmten Beruf ergreifen, weil er sicher ist oder weil man das eben so macht. Lebt nicht die Träume und Wünsche eurer Eltern, eurer Freunde oder anderer Verwandten oder Bekannten. Lebt eure eigenen Träume! Ihr könnt grundsätzlich alles sein, alles tun, was ihr möchtet.
Auch der Schulabschluss ist dafür nicht entscheidend. Natürlich solltet ihr einen Abschluss machen, das steht außer Frage. Aber ich habe mit einem Abi-Durschnitt von 3,4 und einer 5 in Deutsch auf dem Abiturzeugnis Deutsch studiert (bzw. tue es immer noch). Solange ihr das, was ihr tun wollt, mit Leidenschaft verfolgt, könnt ihr es auch erreichen.

Und es ist übrigens keine Schande, mit Anfang 20 nochmal alles über den Haufen zu werfen. Ganz im Gegenteil. Sofern es euch glücklich macht, macht ihr alles richtig. Dann könnt ihr getrost auf die ‚verlorenen‘ Jahre scheißen und euch stattdessen freuen, dass ihr wieder glücklich seid. Dafür müsst ihr euch auch wirklich nicht schämen.

Heute bin ich glücklich. Ich habe gerade mein Master-Studium angefangen, habe eine berufliche Perspektive und wunderbare Menschen in meinem Umfeld, die mich unterstützen. Ich bin gesundheitlich (bis auf kleinere Wehwehchen) gut drauf und habe Spaß an dem, was ich tue, sei es das Studium oder der Blog. Und meine ganz klare Botschaft an euch:

Ihr könnt das auch. Und damit möchte ich den Blogpost schließen, mit den gleichen Worten, mit denen auch oben verlinktes Video endet.
Denk‘ mal drüber nach: Was willst du wirklich?

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Lieblinge im Oktober: FoodFashionFun

Ging der Oktober für euch auch so schnell vorbei? Ein Wimpernschlag, und schon ist November… Irre. Ich hatte so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit hatte, tatsächlich zu merken, wie der Oktober vergeht. Dafür habe ich aber doch überraschend viele Dinge, Erlebnisse und Menschen gehabt, die im Oktober ganz besonders für mich waren. Und davon erzähle ich heute, mal wieder.

  1. Die Bloggerszene. Ich habe meine Follow-Liste ausgemistet und lese seit einiger Zeit auch selbst wieder vermehrt Blogs. Es macht mir Spaß, durch Blogs in die Köpfe anderer Menschen hinein schauen zu können (vielleicht befriedige ich damit auch nur meine voyeuristische Ader…). Aber ich blogge auch selbst sehr viel mehr. Vielleicht ist das dem ein oder anderen geneigten Leser auch schon aufgefallen. Immerhin kam in der zweiten Oktober-Hälfte beinahe jeden Tag ein Blogpost. Ich bin schon ein bisschen stolz!
  2. Die Introversion-Videos von Andre Teilzeit. Die Video-Reihe hat dafür gesorgt, dass ich mich selbst mehr mit mir, mit meiner Art auseinander gesetzt habe und mich tatsächlich selbst ein bisschen mehr verstanden hab. Ich verlinke euch hier eine entsprechende Playlist, falls ihr euch zu dem Thema noch weitergehend informieren wollt:
  3. Berufsberatung auf twitter. Ich habe ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass ich durch twitter viel mit Jüngeren zu tun habe, in letzter Zeit. Und das führt auch dazu, dass ich im letzten Monat vermehrt nach meinem Studium gefragt wurde, danach, was ich im Abi gemacht habe und danach. Und das führte dazu, dass ich junge Menschen zu Studiengängen beraten habe, ihnen erklärt habe, wie und wo sie sich informieren können und wie sie herausfinden können, was sie machen wollen. Und das hat mir tatsächlich richtig viel Spaß gemacht! Hätte ich zu meiner Abi-Zeit doch nur mal so jemanden gehabt…
  4. Das neue Album der Gumbles: Schlittenhunde und Kojoten. Es erschien am 14. Oktober und ist das fünfte Album der Jungs. Reinhören kann man hier (Disclaimer: Es ist garantiert nicht für jeden was, aber ich feier es hart – und freue mich schon auf die Record Release Show am 5. November in Essen!):
  5. Das Album Hydra 3D von DAT ADAM. Es ist das erste Album der Gruppe und überhaupt die erste Veröffentlichung seit der Chrome EP. Und man merkt, dass die Jungs nur das machen, auf das sie Bock haben. Etwas ganz anderes als die Gumbles, aber nicht minder geil. Und ebenfalls nicht unbedingt klassischer Breite-Masse-Pop. Aber auch dieses Album feiere ich sehr. Zum Reinhören gibt’s hier die Soundcloud-Playlist:
  6. Das neue Fewjar-Album Until. Es ist, wie das DAT ADAM-Album am 28. Oktober erschienen. Ich freue mich tierisch auf das Konzert Mitte November in Köln und höre deshalb natürlich auch das Album. Leider habe ich bisher keine Seite gefunden, wo man das Album for free und ohne Werbung komplett hören kann. Aber vielleicht kommt das ja noch. Vorerst, hier, die Albumcollage, in der jeder Song zumindest kurz angespielt wird:

So, das waren sie, meine Lieblinge im Oktober. Ich hatte eingangs ja auch Menschen versprochen, aber ganz ehrlich? Die Menschen, die mir die liebsten sind, wissen das sowieso, dafür brauche ich es hier nicht schreiben. 😉

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Ich will Optimistin sein

Ja, ganz richtig gelesen. Ich will eine Optimistin sein. Und deswegen bin ich eine. Ich habe mich bewusst dafür entschieden.
Früher war ich eher realistisch. Nicht zu optimistisch, nicht zu pessimistisch. Ganz im Gegenteil, von Teilen meines ehemaligen Umfelds wurde mir sogar eher Pessimismus eingetrichtert. Irgendwann habe ich mich entschieden, dass das Leben zu kurz ist, um nicht positiv durch die Welt zu gehen. Das allseits bekannte YOLO (you only live once) hat sehr zu dieser Einstellung beigetragen. Wenn ich schon nur einmal lebe, will ich das Beste daraus machen. Und deshalb habe ich mich dazu entschieden, optimistisch zu sein.

Das heißt, ich gehe positiv durch’s leben. Ich versuche, allem etwas Positives abzugewinnen (Spoiler: Klappt natürlich nicht immer). Ich versuche aber, auch immer optimistisch zu sein. Daran zu glauben, dass irgendwann alles gut wird. Frei getreu dem Motto:

Am Ende wird alles gut. Und wenn nicht alles gut ist, ist es auch nicht das Ende.

Ist das unvernünftig? Leichtsinnig? Vielleicht, ein bisschen. Aber ich habe das große Glück, mir diese Einstellung leisten zu können. Denn in meinem Umfeld gibt es ein paar wundervolle Menschen, die selbst eher Realisten (häufig) oder Pessimisten (selten) sind. Diese bilden einen Gegenpol zu meiner stets optimistischen Art, da Gegensätze sich ja bekanntlich anziehen.

Und so kann ich mit meinem unerschütterlichen Optimismus diese Menschen manchmal ein bisschen aufbauen und im Gegenzug holen sie mich oft genug auf den Boden der Tatsachen zurück. Obwohl ich natürlich immer noch realistische Züge in mir habe, sowas legt man ja nicht gänzlich ab, auch wenn man sich bewusst für eine andere Attitüde entscheidet.

Aber, versteht mich bitte nicht falsch. Auch ich habe Sorgen, Ängste, Nöte und Zweifel. Davon bleiben auch Optimisten nicht verschont. Und das ist ja auch richtig so. Manchmal glaube ich, dass die Momente des Zweifels für Optimisten sogar schwerer zu ertragen sind als für Realisten. Weil ich dazu neige, diese Zweifel dann überzudramatisieren. Weil ich keine Relation dazu habe, nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Aber dafür gibt es ja wieder Realisten in meinem Umfeld.
Und, was das Wichtigste ist: Am Ende denke ich wieder positiv. Und wenn es nur der Gedanke ist, dass am Ende irgendwann alles gut wird. Manchmal fällt das natürlich auch mir schwer, aber genau dieser „alles wird gut“-Gedanke baut mich auf.

Ich bin eine Optimistin. Weil ich eine sein will.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Recap: Julia Engelmann

Vorgestern war ich mit zwei lieben Freundinnen bei Julia Engelmann in der Lichtburg in Essen. Zunächst zwei Worte zur Location: Die Lichtburg ist ein altes Lichtspieltheater. Heutzutage sagt man Kino, aber ich finde, das trifft es nicht wirklich. Es ist ein historisches, sehr gut erhaltenes Lichtspieltheater mit dem größten Kinosaal Deutschlands. Regelmäßig finden dort Prämieren von Filmen, Lesungen, Auftritte von Musikern und andere Events statt. Und in diesem ehrwürdigen Saal hat Julia Engelmann ihre Gedichte vorgetragen.

Wahrscheinlich kennt sie sowieso schon jeder, doch falls es jemanden gibt, der mit dem Namen nichts anfangen kann: Julia Engelmann ist Poetry Slammerin und Schauspielerin aus Bremen, die mit einem Gedicht zum Song „One Day“ auf YouTube bekannt geworden ist. Hier mal das Original-Video aus dem Jahr 2013, das damals so viral gegangen ist:

Seitdem hat sich einiges getan: Julia hat ihr Psychologie-Studium unterbrochen, Bücher mit ihren Texten veröffentlicht und tourt nun durch Deutschland und das angrenzende Ausland. Hauptberuflich ist sie derzeit Poetin und füllt mit ihren Gedichten immer größere Säle.

Und, ganz im Ernst: Ich frage mich, ob es etwas gibt, was diese Frau nicht kann. Sie schreibt wunderschöne Texte, regt zum Nachdenken an und spricht so vielen Menschen immer und immer wieder mitten aus dem Herzen. Und dann ist sie auch noch witzig, herrlich selbstironisch und liebenswert. Man möchte sie am liebsten dauerhaft drücken. Und wenn sie dann ihre Gitarre zur Hand nimmt und ein Lied anstimmt, ist man hin und weg. Ihre Stimme ist so wunderschön, egal ob sie spricht oder singt.
Das Gitarrenspiel ist also NICHT wie der Geschmackstöter bei einer Weinprobe (was sie selbst gern behauptet).

Meine Freundinnen und ich waren mehr als begeistert. Ich möchte hier natürlich nichts zum Programm spoilern, dafür sollte man schon selbst das Geld in eine Karte investieren. Aber was ich sagen kann, ist, dass Julia Texte aus all‘ ihren Büchern vorträgt. Und dass die Texte toll ausgewählt sind und sie damit wirklich jeden irgendwie in’s Herz trifft. Zum Nachdenken anregt. Glücklich macht.

Wer also die Möglichkeit oder Gelegenheit hat, sollte unbedingt zu ihrem Programm gehen und sich einen Abend lang mitreißen lassen von Julias Gedanken, ihrer Stimme, ihrem Gesang. Ich bin sehr verliebt.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Eigenschaften einer Introvertierten

In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Thema Introversion beschäftigt. Es existiert dazu ja bereits ein Beitrag auf dem Blog. Doch nachdem ich einige YouTube-Videos zu dem Thema gesehen habe, habe ich festgestellt, dass ich viele Eigenschaften  habe, die von meiner Introversion herrühren, die ich bisher aber nicht damit in Verbindung gebracht habe. Deshalb wollte ich ein bisschen was dazu sagen, warum ich so bin wie ich bin. Vielleicht finden sich andere introvertierte Menschen darin wieder, vielleicht hilft es aber auch Freunden und Verwandten von Introvertierten, ihre Mitmenschen besser zu verstehen.

Ich hasse es, zu telefonieren.
Das ist wohl eine weit verbreitete Eigenschaft, nicht nur unter introvertierten Menschen. Aber es stimmt. Wenn ich die Wahl habe, schreibe ich lieber eine SMS oder WhatsApp-Nachricht, eine E-Mail oder ich nutze irgend eine andere Kommunikationsmöglichkeit, um nicht telefonieren zu müssen. Selbst bei der Bestellung einer Pizza greife ich lieber auf Websites und Apps zurück. Das liegt zum einen daran, dass ich mit Menschen lieber face-to-face kommuniziere und zum anderen daran, dass telefonieren mir in den allermeisten Fällen eher unangenehm ist. Was in der nächsten Eigenschaft begründet liegt.

Ich höre manchmal lieber zu als selbst zu reden.
Versteht mich nicht falsch: Ich kann laut sein. Ich kann reden, auch viel an einem Stück. Aber manchmal tue ich es nicht. Ich höre dann zu, lasse mir etwas erzählen, sauge jedes Wort in mir auf, merke mir möglichst alles. Ich mache mir Gedanken zu dem, was mir gesagt wird. Ich höre gern zu. Was nicht bedeuten soll, dass ich nicht über mich reden möchte. Aber manchmal halte auch ich eben einfach lieber die Klappe. Die nächste Eigenschaft verdeutlicht das noch.

Ich brauche Zeit, um viel von mir zu erzählen bzw. preiszugeben.
Man könnte auch sagen, ich brauche Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Aber eigentlich ist es das nicht. Ich merke schnell, ob ich jemandem vertrauen kann. Aber bis ich dann anfange, frei von der Leber weg von mir zu erzählen, dauert es immer nochmal ein bisschen. Manche Menschen denken dann, ich hätte nichts zu erzählen, ich hätte keine Sorgen, aber das stimmt nicht. Und, ganz ehrlich? Wenn du das denkst, kennst du mich leider überhaupt nicht. Gib mir bitte einfach ein bisschen Zeit, dann komme ich schon von ganz allein zu dir und erzähle.

Ich habe lieber wenige gute Freunde als viele lose Bekannte.
Das hat auch mit den vorherigen Punkten zu tun. Ich finde es anstrengend, zwanzig Bekannte zu haben und allen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Ich finde es ja schon anstrengend, mich bei meinen wenigen Freunden regelmäßig zu melden. Was nicht heißen soll, dass sie mir nicht wichtig wären. Aber je mehr Menschen ich in meinem Umfeld habe, desto schwieriger wird es, allen Aufmerksamkeit zu widmen. Deshalb habe ich lieber einige wenige Freunde, auf die ich immer zählen kann (und die auch auf mich zählen können), als zu viele lose Freundschaften. Dazu habe ich aber auch schon einen ganz eigenen Blogpost verfasst.

Ich meide große Menschenmassen.
Ich gehe verdammt gern auf Konzerte. Meist mit ein, zwei Freunden. Und dann feiern wir die Musik. Alle anderen Formen von Menschenansammlungen meide ich. Seien es große Partys, der Samstagstrubel in der Innenstadt oder oder oder. Ich fühle mich dann von Reizen überflutet, ich fühle mich unwohl, ich kann mich kaum konzentrieren. Deshalb versuche ich, mich derart schwierigen, anstrengenden Situationen gar nicht auszusetzen.

Ich bekomme verdammt viel mit.
Das ist wahrscheinlich die einzige Eigenschaft, die uneingeschränkt als ‚positiv‘ gesehen werden wird. Ich kriege mehr mit, als man vielleicht denken würde. Wenn ich irgendwo unterwegs bin, nehme ich viel in meiner Umwelt wahr: Geräusche, Bewegungen von anderen und so weiter. Auch im Gespräch: Ich kriege Zwischentöne mit, wenn mir jemand etwas erzählt, kleine Veränderungen in der Mimik oder unbewusste Gesten. Das kann für die Personen in meiner Umgebung durchaus nervig werden. Vor allem, wenn ich sofort merke, dass mir etwas verheimlicht wird. Aber ich mag diese Eigenschaft tatsächlich sehr gern!

Ich höre unterwegs dauernd Musik.
Wenn ich allein unterwegs bin, werdet ihr mich praktisch nie ohne Kopfhörer sehen. Ich höre immer Musik, wenn ich allein draußen bin. In der Bahn, in der Fußgängerzone, sogar im Fitnessstudio habe ich die Kopfhörer auf. Ich höre die ganze Zeit irgendwelche Musik. Natürlich nicht, wenn Freunde dabei sind, das wäre ja unhöflich. Aber wenn ich allein bin? Immer.

Ich trage die Kopfhörer sogar, wenn die Musik aus ist.
Wenn irgendwann der Akku meines Handys aufgibt und ich keine Musik mehr hören kann, setze ich die Kopfhörer nicht ab. Das hat einen ganz simplen Hintergrund, der auch für den vorigen Punkt verantwortlich ist: Kopfhörer sind ein eindeutiges Zeichen für „Quatsch‘ mich bitte nicht an!“. Und ich möchte eben einfach nicht von Fremden angesprochen werden, wenn ich unterwegs bin. Leider gibt es immer mal wieder Menschen, die dieses eindeutige Zeichen missachten oder bewusst ignorieren und mich trotzdem ansprechen. Meine Methode? Ich ignoriere sie. Beim ersten Mal, beim zweiten Mal. Meistens werden sie dann lauter (manche lernen es einfach nicht…) und ich genervt, sodass ich dann einen Kopfhörer abnehme und freundlich „Bitte?“ frage. Ich beantworte die mir gestellte Frage, kurz und knapp, und dann höre ich sofort weiter Musik. Oder tue wenigstens so.

Fazit? Wenn jemand sich komisch verhält, still ist oder nicht auf eure krasse Party mit hundert Leuten kommen will – seid nicht eingeschnappt. Vielleicht ist es der Person einfach zu viel. Versucht es mit einer kurzen Nachricht, einer Verabredung zum Musikhören mit einem guten Glas Wein oder so und erzählt der Person von euch. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass sie dann bestimmt auftaut.

Und bitte: Quatscht nicht einfach Leute an, die in der Bahn mit Kopfhörern gedankenverloren dasitzen! Versucht es erst bei allen anderen Personen ohne Kopfhörer und erst dann, wenn niemand sonst euch helfen kann, bei der einen Person, die offensichtlich nicht angesprochen werden will. Danke.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Glückwunsch zum Bachelor?

Eine kleine Anekdote vom letzten Wochenende:
Ich war mit dem Lieblingsmann bei meinem Schwager und meiner Schwägerin. Meine Schwiegereltern und meine Schwiegeroma waren auch da. Plötzlich versammeln sich alle im Wohnzimmer und meine Schwägerin überreicht mir unter Glückwünschen einen Umschlag mit einer Karte und einem Gutschein. Ich bin völlig baff und habe keine Ahnung, was ich sagen soll.
Der Gutschein ist ein Geschenk – zum bestandenen Bachelor of Arts.

In diesem Moment fühlte ich mich zugegebenermaßen relativ schlecht. Natürlich bin ich dankbar für das Geschenk und die Glückwünsche und natürlich bin ich irgendwie auch stolz auf meinen Uni-Abschluss. Aber irgendwie ist mir in dem Moment klar geworden, dass ich den Bachelor ziemlich runterspiele. Ich bin nicht großartig damit hausieren gegangen, hab es gerade mal meiner Mutter, dem Lieblingsmann und meinen engsten Freunden selbst erzählt. Ich habe es auch online kaum erwähnt.

Aber wieso?

Ich denke, es hat zum Einen damit zu tun, dass ich diesem Abschluss keine ganz so große Bedeutung beimesse. Ich habe ja nahtlos weiterstudiert, mache direkt den Master hinterher. Und in meinem neuen Studiengang hat jeder den Bachelor. Sonst wären wir ja nicht dort. Und dadurch trat der Bachelor bisher etwas in den Hintergrund.

Zum Anderen – und diese Meinung wurde mir bereits bestätigt – kann ja im Prinzip fast jeder mit Abi einen B.A. erwerben. Es ist tatsächlich kein so großes Ding. Und auch kein Nachweis darüber, was ich kann. Höchstens ein Indikator dafür, dass ich etwas kann. Ich definiere mich dementsprechend nicht unbedingt durch diesen akademischen Abschluss. Und deshalb war ich so baff, als auf einmal so gefeiert wurde, dass ich den Bachelor habe.

Natürlich kann ich die Familie verstehen. Ich bin dort die erste, die überhaupt einen akademischen Abschluss hat. Für sie ist es also durchaus ein großes Ding, etwas, das man würdigen muss. Deswegen bin ich ihnen natürlich dankbar dafür.

Der Bachelor ist für mich aber dennoch nicht das Ende der Fahnenstange. Der Master wird für mich definitiv größer – obwohl ich nicht sagen kann, ob er, akademisch betrachtet, so viel besser ist.
Das Problem ist folgendes: Mit dem Bachelor kann ich so gut wie nichts anfangen. Als berufsbildender Abschluss ist er fast nie genug. Die meisten Unternehmen suchen jemanden, der entweder noch einen Master (mindestens!) drangehangen oder Zusatzqualifikationen wie z. B. ein Volontariat gemacht hat. Oder beides. Und deshalb geht es weiter. Noch vier Semester, ca. und dann bin ich Master of Arts. Mal gucken, ob dann das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

Die Frage, die sich mir jetzt stellt, ist: Sollten wir auch die kleineren Erfolge mehr feiern? Uns mehr darauf einbilden? Immerhin haben wir ja was geschafft. Unabhängig davon, ob tausend Andere das auch geschafft haben. Es ist unser Erfolg. Oder?

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

How to leave your comfort zone

In letzter Zeit höre ich immer öfter von Leuten in meinem Umfeld, dass sie sich eigentlich gern mehr trauen würden, ihnen aber das Risiko zu groß ist. Und ganz ehrlich? Ich finde das sehr schade.

Natürlich streben wir alle im Leben nach einer gewissen Sicherheit. Viele suchen nach einer festen Partnerschaft, vielleicht sogar Ehe. Wir wollen feste Jobs, ein sicheres Gehalt. Das ist ja auch alles gut und richtig und durchaus verständlich.
Und trotzdem denke ich, dass wir manchmal ein kleines Risiko eingehen müssen, um wirklich glücklich mit unserem Leben zu sein. Was nützt uns der feste Job, das gute Gehalt, wenn wir nichts tun, das uns Spaß macht? Was bringt uns eine feste Partnerschaft, wenn wir nicht mehr glücklich sind? Meiner Meinung nach gar nichts.

Warum sollten wir also nicht das Risiko eines neuen Jobs, einer neuen Ausbildung, eines regelrecht neuen Lebens eingehen? Natürlich muss sowas gut überlegt sein. Von jetzt auf sofort den Job oder die Wohnung kündigen, um dann mit nichts da zu stehen, halte auch ich für keine gute Idee. Aber die eigene Lebenssituation überdenken, vor allem wenn man unglücklich ist, ist ein guter Ansatz.

Was muss sich ändern, damit ich wieder glücklich bin?

Das ist eine Frage, die wir uns stellen sollten. Und wenn wir eine Antwort darauf gefunden haben, sollten wir dieser folgen. Auch wenn uns das Risiko manchmal Angst macht. Ein guter Tipp an dieser Stelle ist: Sucht euch Menschen, die euch unterstützen. Seien das Familienmitglieder, Freunde, der eigene Partner oder auch Bekannte, die man z. B. nur aus dem Internet kennt.
Manchmal glaubt man, dass jeder einen für vollkommen bekloppt erklärt, wenn man plötzlich und (für das Umfeld) aus heiterem Himmel alles über Bord wirft und neue Ziele, Wünsche und Pläne hat. Das stimmt so generell nicht. Ja, oft ist es so, dass gerade die Familie nicht sonderlich begeistert ist, wenn man alle Pläne ändert. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. Aber macht euch bewusst, dass es trotzdem immer Menschen gibt, die hinter euch stehen und euch unterstützen.
Haltet euch an diese Menschen. Und nicht an die, die euch davon abhalten wollen, eure Träume zu verwirklichen, die euch ausreden wollen, dass ihr Träume, Wünsche und Ziele habt!

Auch mit Unterstützung wird es den meisten Menschen wahrscheinlich schwer fallen, die eigene Komfortzone zu verlassen. Sei es aufgrund einer Trennung vom Partner, eines Job- oder Uniwechsels. Das ist normal. Es ist vielleicht eine große Veränderung und bringt Risiken mit sich. Und außerhalb der eigenen Komfortzone macht man sich automatisch angreifbar. Man fühlt sich weniger sicher, hat vielleicht wirklich Schiss.

Diese Angst kann euch niemand nehmen. Aber wenn ihr erstmal den Schritt raus aus der Komfortzone gemacht habt, euch getraut habt, etwas Neues, Unbekanntes zu tun, dann werdet ihr vielleicht feststellen, dass das gar nicht so schlimm oder dramatisch ist, wie ihr es euch vorgestellt habt.
Und dann fällt der nächste Schritt schon sehr viel leichter.

Ich weiß, dass man mit diesem „stepping out of your comfort zone“-Shit auch böse auf die Schnauze fliegen kann. Aber meine Meinung dazu: Du kannst es nicht wissen, wenn du es nie versucht hast. Ich weigere mich, etwas zu verurteilen, dass ich nie ausprobiert habe.
Und selbst, wenn man scheitert, ist das in meinen Augen kein Drama. Man rappelt sich auf, lernt aus seinen Fehlern und macht weiter. Auch diese, eher negativen Erfahrungen machen uns schlussendlich reicher.

Woher weißt du, dass etwas schief geht, das du nie versucht hast?

Ich kann grundsätzlich nur jedem raten: Probier‘ es aus. Trau dich! Versuch es. Es ist eine großartige Chance, eine Möglichkeit. Und wenn es nicht klappt: Shit happens.
Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Uni-Wechsel // Recap: Die erste Woche

Meine erste Woche an der neuen Uni ist nun vorbei. Es war spannend, interessant, lehrreich. Zunächst mal ein paar Fakten:

  1. Die Züge zur und von der Uni haben immer Verspätung. Alle.
  2. In 70% der Fälle kommen die Dozenten zu spät zur Veranstaltung.
  3. Man läuft sich auf dem Campus echt einen Wolf.

Ich habe dieses Semester fünf Veranstaltungen. Vier aus der Germanistik und ein Tutorium für Studenten, die neu an der Uni sind. Eine Vorlesung montags, drei Veranstaltungen dienstags und eine mittwochs.
Das heißt, dass ich montags und mittwochs mehr unterwegs als in Veranstaltungen bin, da ich für einen Weg etwas mehr als eine Stunde brauche. Mal gucken, wie ich das in Zukunft umsetze.

Der Campus ist unfassbar groß, aber sehr gut ausgeschildert. So findet man die Gebäude relativ leicht und auch innerhalb der Gebäude ist es nicht so schwer, den richtigen Raum zu finden. Was das angeht, bin ich positiv überrascht. Allerdings braucht man sehr lange, um von A nach B zu kommen.
Am Dienstag musste ich quer über den Campus zu einem Raum. Als ich dort ankam, traf ich eine Kommilitonin, die mir sagte, dass der Raum sich geändert hat. Also gingen wir zusammen quer über den Campus zurück, fast zu dem Gebäude, in dem ich vorher sowieso gewesen war. Das heißt zwar, dass ich in Zukunft nicht in einer halben Stunde quer über den Campus muss, dennoch war’s super nervig.

Soweit man das nach einer Woche sagen kann, sind alle Dozenten sehr nett und umgänglich. Die Seminare sind soweit auch relativ interessant, nur die Vorlesung über Literatur der Nachkriegszeit catcht mich irgendwie nicht. Aber da ich nach diesem Semester keine Literaturwissenschaft mehr haben werde, ist das kein Drama.

Von meinen Kommilitonen kenne ich noch so gut wie niemanden, aber nach drei Tagen ist das auch nicht verwunderlich. Natürlich hat das auch damit zu tun, dass viele sich schon aus dem Bachelor-Studium kennen und ich eben allein nach Düsseldorf gewechselt bin. Wenn in den nächsten Wochen dann aber die ersten Referate anstehen, wird sich das sicherlich auch wieder ändern. Die Studierenden, mit denen ich bisher ein bisschen mehr gesprochen habe, zum Beispiel in dem Tutorium, sind aber alle sehr nett gewesen.

Was nicht so super ist, ist, dass ich mich montags in Zukunft ziemlich abhetzen muss, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Wenn die Züge (so wie diese Woche) alle Verspätung haben, komme ich nämlich elegant zu spät. Dieser Umstand lädt natürlich ein, zu der Montag-Vorlesung nicht immer hinzugehen, was durch das uninteressante Thema auch noch begünstigt wird, aber ich versuche, eine brave Studentin zu sein.
(Hier ungläubiges Lachen einfügen).

Wie man also sieht, verging die erste Uni-Woche wirklich schnell und war sehr entspannt. Meine Nervosität war absolut überflüssig und ich sehe der zweiten Woche sehr viel entspannter entgegen.
Wenn jetzt noch alles mit der Immatrikulation klappt, bin ich bald endlich auch offiziell Studierende an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle