Warum es gut tut, allein zu verreisen

Im vergangenen November war ich in Hamburg. Allein. Ohne Lieblingsmann, ohne Begleitung von Freunden. Nur ich. Vier Tage habe ich dort verbracht. Und, ganz ehrlich? Ich kann das nur jedem empfehlen.

Ich musste einfach mal raus. Brauchte Abstand, eine Auszeit. Eine Bekannte lud‘ mich zu sich ein. Sie hätte nicht viel Zeit an dem Wochenende, aber ich könne bei ihr auf der Couch schlafen. Und ich so: Nichts lieber als das! Gesagt, getan. Ich kaufte mir Zugtickets und fuhr in meine Lieblingsstadt. Nistete mich bei der Bekannten ein und verbrachte meine Tage allein, in der City, am Hafen, auf Weihnachtsmärkten. Trank Kakao, beobachtete Leute und ging allein Essen. Und es tat verdammt gut. Ich konnte stundenlang rumsitzen, nachdenken, meinen Gedanken nachhängen. Ich musste nicht zwanghaft gute Laune vorspielen, wenn ich keine hatte. Überraschenderweise war ich jedoch die meiste Zeit wirklich verdammt gut gelaunt! Ich ging allein Essen, musste keine Rücksicht darauf nehmen, ob jemand anderes hungrig war oder worauf diese Person Hunger hatte.

Ich bin kaum komisch angesehen worden. Die meisten Leute in Cafés und Restaurants hat es nicht interessiert, dass ich ganz allein unterwegs war. Nur die anderen Gäste schienen teilweise verwirrt oder erstaunt. Gerade beim Essen wirkte ich wohl etwas merkwürdig auf sie. Aber, glaubt mir, so entspannt habe ich lange nicht gegessen. Beim Essen habe ich mein Handy bewusst in der Tasche gelassen und mich einfach auf das konzentriert, was ich gerade tat. Natürlich habe ich sonst auch mit dem Lieblingsmann telefoniert, mit meinen beiden besten Freundinnen auf WhatsApp geschrieben und die sozialen Medien gecheckt. Aber ich musste nicht zwanghaft Konversation machen oder auf irgendjemanden achten.
Die Momente, die ich dann nicht allein verbracht habe, waren wiederum eine angenehme Abwechslung. Ich hatte was zu erzählen, war ich doch den ganzen Tag unterwegs gewesen. Ich hatte gute Laune und Lust, mich zu unterhalten. Auch diese Momente waren schön.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, mit den mir liebsten Menschen wegzufahren oder liebe Menschen zu besuchen. Aber manchmal braucht man das einfach, ganz für sich zu sein, vor allem, wenn man eher introvertiert ist. Manchmal muss man einfach ganz alleine durchatmen. Und das kann ich wirklich empfehlen, es tat mir nämlich unglaublich gut. Ich bin mit einer guten Laune und einem Elan wieder nach Hause gekommen, das glaubt kein Mensch. Ich habe Kraft getankt, habe einen klaren Kopf bekommen und konnte meine Ziele, Aufgaben und Pläne neu anpacken. Wahrscheinlich ist dieses Alleine wegfahren nicht für jeden etwas. Ich habe aber ein paar Tipps für Leute, die mit dem Gedanken auch spielen:

  • Fahrt in eine Stadt bzw. an einen Ort, den ihr schon relativ gut kennt. Nichts ist schlimmer als an einem völlig fremden Ort komplett alleine zu sein, ohne zu wissen, wie man wieder wegkommt oder wo man lang muss.
  • Fahrt an einen Ort, an dem ihr jemanden kennt. Natürlich könnt ihr, wenn ihr mögt, auch in einem Hotel übernachten. Der Punkt ist, dass es dort jemanden gibt, an den ihr euch im Zweifelsfalle wenden könnt, wenn irgendetwas Gravierendes passiert.
  • Sagt den Menschen in eurem Umfeld, wohin ihr fahrt. Es ist okay, wenn ihr alleine wegwollt. Aber eure Familie und die engsten Freunde sollten wissen, wo ihr seid und wann ihr wiederkommt. Nur zur Sicherheit.
  • Fahrt nicht zu lange weg. Ich war vier Tage weg und das war perfekt. Wesentlich länger hätte ich es nicht alleine ausgehalten. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden, Menschen sind schließlich unterschiedlich.
  • Habt keine Angst vor blöden Blicken oder Kommentaren. Die meisten Menschen sind unsicher, ob es nicht merkwürdig wirkt, wenn sie allein  Essen oder ins Kino gehen. Tut es nicht. Seid selbstbewusst: Ihr seid euch selbst genug. Das ist nichts Verwerfliches.

Natürlich erfordert es Mut bzw. Selbstbewusstsein, allein wegzufahren. Nicht jeder traut sich so etwas. Die „light“-Edition könnte zum Beispiel sein, einfach in der Heimat mal alleine Essen zu gehen oder Spazieren zu gehen oder ins Kino zu gehen. So kann man sich leichter und behutsamer an das Alleine sein herantasten und sehen, dass es gar nicht so schlimm ist, wie man vielleicht zunächst dachte.

In diesem Jahr sind übrigens bisher drei Hamburg-Besuche geplant. Und keiner davon alleine. Aber zuletzt war das ja auch eine sehr spontane Entscheidung, also mal abwarten, was das Jahr noch so bringt.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Der (gar nicht so) große Unterschied

Eine Frage, auf die ich im Hinblick auf die Selbstständigkeit näher eingehen möchte ist die nach dem Unterschied zwischen einem Freiberufler und einem Gewerbetreibenden. Im Grunde ist die Unterscheidung ganz einfach:

  • Wer selbstständig in einem so genannten Katalogberuf ist oder einer diesen Berufen ähnlichen Tätigkeit nachgeht, ist freiberuflich. Die Katalogberufe sind in §18 EStG festgelegt.
  • Alle anderen Selbstständigen sind Gewerbetreibende.

Wenn man sich nicht sicher ist, zu welcher Gruppe man gehört (die „ähnlichen Berufe“ sind recht schwammig definiert), kann man zu seinem Finanzamt gehen und dort eine verbindliche Auskunft anfordern. Man teilt dann dem Beamten mit, was man vorhat, zu tun und erhält eine verbindliche Auskunft darüber, zu welcher Gruppe man gehört. Danach kann man sich im folgenden richten und seine Selbstständigkeit entsprechend aufbauen.

Was ein weit verbreiteter Irrtum ist: Man kann sich seine Form der Selbstständigkeit nicht aussuchen! Es geht dabei ganz allein um die Branche, den Beruf, nicht um persönliche Präferenz!!

Warum muss man den Unterschied wissen?

Die Unterscheidung ist vor allem im Steuerrecht wichtig, da unterschiedliche Steuern je nach Form abgeführt werden müssen.

  • Umsatzsteuer müssen sowohl Freiberufler als auch Gewerbetreibende abführen, sofern sie nicht von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Mehr zur Kleinunternehmerregelung erkläre ich in einem eigenen Beitrag.
  • Einkommensteuer muss auch immer abgeführt werden.
  • Gewerbetreibende müssen darüber hinaus noch Gewerbesteuer bezahlen – Freiberufler nicht. Das ist vor allem finanziell ein Vorteil des Freiberuflers.

Ein weiterer Vorteil ist, dass ein Freiberufler keine doppelte Buchhaltung machen muss, sondern, unabhängig von der Höhe seines Einkommens, lediglich eine EÜR, also eine Einnahme-Überschuss-Rechnung bei der Steuererklärung machen muss. Das heißt, dass Einnahmen und Ausgaben ganz simpel gegeneinander gerechnet werden. Die Differenz sollte positiv sein, denn sie ist der Gewinn. Und der muss versteuert werden. Die Steuererklärung ist für Freiberufler also ein bisschen einfacher.

Wie macht man sich als Freiberufler selbstständig?

Das ist im Prinzip ganz simpel. Man sagt innerhalb von vier Wochen nach Aufnahme des Betriebes dem zuständigen Finanzamt ganz formlos Bescheid. Dann muss man noch den FSE, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und erhält seine Steuernummer. Man kann den Fragebogen aber auch online ausfüllen und dann gemeinsam mit der Anmeldung beim Finanzamt einreichen. Das beschleunigt den Ablauf.

Wie macht man sich mit einem Gewerbe selbstständig?

Die Anmeldung eines Gewerbes erfolgt stets beim Gewerbeamt. Dafür muss man persönlich vorstellig werden und wiederum einige Formulare ausfüllen. Die Anmeldung ist kostenpflichtig. Das Gewerbeamt informiert dann das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft. Das Finanzamt meldet sich dann, damit man wiederum des FSE ausfüllen kann.

Achtung: Egal, wie man sich selbstständig macht, die Gründung muss stets zu dem Zeitpunkt erfolgen, zudem man die ersten Handlungen als Selbstständiger vornimmt. Wenn man also einen Monat, bevor man die Arbeit aufnimmt, bereits ein Büro gemietet hat, muss man sich schon einen Monat vorher selbstständig melden.

Ab dem Datum, zu dem man gründet, darf man Geld verdienen. Dabei gibt es dann auch keine großen Unterschiede zwischen Freiberufler und Gewerbetreibendem mehr. Diese zeigen sich dann noch im tatsächlichen Beruf und natürlich später in der Steuer. Die beiden Formen der Selbstständigkeit haben übrigens nichts mit dem verbreiteten Begriff der Rechtsform zu tun. Diese bezeichnet, in welcher Form sich einer oder mehrere Selbstständige organisieren, z. B. als Einzelunternehmer, GbR, GmbH etc. und kann relativ frei gewählt werden.
Die Steuererklärung erfolgt in beiden Fällen (Freiberufler und Gewerbetreibender) generell elektronisch, nicht wie die private Steuererklärung auf Papier. Falls man sich unsicher ist und keine Ahnung hat, wie eine EÜR oder eine Bilanz geht, kann man sich in jedem Fall an einen Steuerberater wenden. Das kostet zwar Geld, kann aber natürlich abgesetzt werden und zudem sehr hilfreich sein.

Ich hoffe, ich habe einigermaßen verständlich erklärt, wo der Unterschied liegt und wie man am einfachsten herausfindet, zu welcher Kategorie welcher Job gehört.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Blogempfehlung: Anna Frost

Ich habe heute mal wieder eine Blogempfehlung für euch. Aber nicht nur das, es ist auch eine YouTube-Empfehlung, sozusagen eine 2-in-1-Empfehlung!

Anna Frost bloggt schon lange – zunächst auf ihrem Blog „Fashionpuppe“, seit einiger Zeit auf www.fafine.de. Dort schreibt sie über Fasion, Beauty, Lifestyle – im Grunde über alles, was ihr am Herzen liegt und einen Artikel wert ist. Anna Frost gehört zu meinen absoluten Lieblingsbloggerinnen, da sie mit ihrer natürlichen und lustigen Art einfach echt wirkt. Das lassen viele Damen im großen Blogger-Kosmos vermissen. Außerdem ist Anna, wie ich, ein Kind des Ruhrpotts und damit sowieso schon ganz wunderbar!

Seit dem letzten Jahr ist auch auf Annas YouTube-Kanal wieder mehr los. Gemeinsam mit ihrem Mann Jakob und der kleinen Tochter Emma (und, nicht zu vergessen: Hund Elvis!) gehen täglich Vlogs online. So können wir Stalker Follower Annas Alltag noch mehr verfolgen. Das macht neugierigen Menschen wie mir besonders viel Spaß!

Wer also mal ein paar Einblicke in das Leben einer dreiköpfigen Familie im schönen Hamburg (noch ein Pluspunkt!) haben möchte und sehen möchte, wie es bei hauptberuflichen Bloggern hinter den Kulissen zugeht, dem sei Anna Frost sehr an’s Herz gelegt!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Selbstständigkeit pt. 1 – Das große FAQ

Im heutigen Blogpost möchte ich ein paar Fragen beantworten, die mir mein Umfeld im Zusammenhang mit der Entscheidung, mich selbstständig zu machen, oft gestellt hat. Dabei geht es zum Teil ganz allgemein um die Selbstständigkeit an sich, teilweise aber auch um meine Arbeit im Speziellen. Also los!

  • Was genau machst du jetzt eigentlich? Was macht eine Lektorin?

Im Großen und Ganzen korrigiere ich Texte. Ich verbessere dabei sowohl Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau (Korrektorat) als auch Stil, inhaltliche Kongruenz, Logikfehler, Seitenlayout (Lektorat) von wissenschaftlichen Arbeiten und Werbetexten, bzw. von allem, was mir ein Auftraggeber so anbietet. Außerdem verbessere ich Texte nach SEO-Gesichtspunkten. SEO steht dabei für Search-Engine-Optimization (dt. Suchmaschinenoptimierung). Das heißt, ich überarbeite Texte so, dass sie von Suchmaschinen im Internet besser gefunden werden können. Neben dieser Arbeit schreibe ich selbst Texte, mache Transkripte (Verschriftlichung von Audio-Gesprächen) und tippe Handschriften ab.
Ein besonderer Service, den nicht jeder Lektor hat, ist mein Bewerbungsmappentraining. Dabei erkläre ich Leuten via Skype oder persönlich, worauf es bei einer guten Bewerbungsmappe ankommt, korrigiere und verbessere bereits bestehende Mappen und weise auf wichtige Dinge, die es zu beachten gilt, hin.

  • Was heißt selbstständig? Hast du jetzt ein Gewerbe?

Ganz klare Antwort: Nein, ich habe kein Gewerbe. Es gibt im Großen und Ganzen zwei Möglichkeiten, sich selbstständig zu machen: Als Freiberufler oder indem man ein Gewerbe anmeldet. Ich arbeite freiberuflich.

  • Wie macht man sich überhaupt selbstständig?

Das ist im Prinzip ganz einfach. Man muss seinem Gewerbe- oder Finanzamt (je nachdem, ob gewerblich oder freiberuflich) Bescheid sagen, dass man ab Zeitpunkt X selbstständig ist. Dann muss man den einen oder anderen Fragebogen ausfüllen und bekommt eine Steuernummer (und ggf. eine Umsatzsteuer-ID). Achtung: Die Steuernummer ist nicht eure Steuer-ID! Das sind zwei verschiedene paar Schuhe. Und man kann praktisch sofort loslegen, wenn man dem entsprechenden Amt Bescheid gegeben hat.

  • Und wie verdienst du als Lektorin Geld?

Ich bekomme natürlich kein festes, monatliches Gehalt mehr. Stattdessen arbeite ich für Auftraggeber, also z. B. Studenten, die ihre Bachelor- oder Masterarbeit korrigiert bekommen möchten und für Textagenturen, die via Online-Tools Textjobs vermitteln. An diese Jobs komme ich über meine Website, über Aushänge an Universitäten, auf Online-Portalen und über Flyer-Werbung. Und natürlich Mundpropaganda, nicht zu vergessen.

  • Verdienst du auch mit diesem Blog Geld?

Ich gehöre mittlerweile einem Bloggernetzwerk, bzw. einer Bloggeragentur an. Aber die Werbung, die ihr auf der Website seht, ist nicht von mir und die aktuellen Beiträge sind auch keine Kooperationen. Wenn ich für einen Beitrag Geld bekomme, werde ich das deutlich kenntlich machen.
Aber ja: Man kann als Freiberufler auch mit einem Blog Geld verdienen.

  • Musst du das Geld versteuern?

Natürlich zahle ich weiterhin, wie jeder gute deutsche Bundesbürger, Steuern auf mein Einkommen. Da ich kein Gewerbe habe, entfällt die Gewerbesteuer. Ich darf aber nicht den gesamten Umsatz für mich behalten. Ich muss Umsatzsteuer ausweisen und an das Finanzamt abführen und natürlich auch Einkommenssteuer. Und wenn ich mir selbst mein Gehalt auszahle, wird das natürlich auch versteuert. Ich darf also gerade einmal knapp die Hälfte von dem, was ich so einnehme, auch wirklich selbst behalten!

  • Hast du ein Büro?

Nein, ich arbeite sehr entspannt von zu Hause aus. Das hat natürlich seine Vor- und Nachteile. Mein großer Wunsch für die Zukunft ist, dass ich mir ein Büro leisten kann. Dafür muss sich mein Unternehmen aber erst einmal etablieren. Schließlich stehe ich noch ganz am Anfang.

  • Warum hast du dich selbstständig gemacht?

Wie die meisten Gründer wollte ich unabhängig sein. Ich wollte nicht mehr darauf angewiesen sein, dass ein Vorgesetzter mir sagt, was ich tun soll. Ich wollte nicht mehr auf die Gunst eines Chefs angewiesen sein. Ich wollte selbst bestimmen können, wann ich was tue. Mein Job sollte mir zu 100 % Spaß machen! Und, nicht zu verachten, ich wollte meine Arbeitszeiten komplett selbst bestimmen (immerhin bin ich ein absoluter Morgenmuffel und kann vor 10Uhr morgens kaum produktiv sein).

  • Hast du dein Studium abgebrochen?

Nein. Ich werde im aktuellen Wintersemester keine Veranstaltungen mehr besuchen, um mich komplett auf den Aufbau meines Unternehmens konzentrieren zu können, aber ich habe vor, den Master zu Ende zu machen. Ich werde zwar statt der angepeilten drei bis vier eher vier bis fünf Semester dafür brauchen, aber das ist es mir wert. Immerhin arbeite ich jetzt nicht mehr für ein Unternehmen, sondern wirklich für mich selbst!

  • Warum hast du dich während des Studiums selbstständig gemacht?

Während des Studiums ist die Arbeitszeit von Werkstudenten und Selbstständigen auf 20 Stunden pro Woche im Semester beschränkt. Das liegt daran, dass das Hauptaugenmerk weiterhin auf dem Studium liegen soll. Der Vorteil daran ist, dass man, wenn man über 25 ist und studiert, weiterhin als Student krankenversichert bleiben kann. Das heißt, ich zahle für Kranken- und Pflegeversicherung derzeit etwa 80€. Würde ich mich als Selbstständige selbst versichern, würde mich das locker das Dreifache kosten!

  • Hast du Tipps für Leute, die sich selbstständig machen wollen?

Geht zur IHK. In den meisten größeren Städten bietet die Industrie- und Handels-Kammer zahlreiche, meist kostenfreie, Kurse für angehende Gründer an. Diese Kurse helfen euch bei der Orientierung, geben wertvolle Tipps und bringen euch das Grundwissen, also die Basics bei. Und dann: Google! Informiert euch über eure Geschäftsidee, findet heraus, was ihr tun müsst, um diese umzusetzen.
Und, ganz wichtig: Sucht euch Verbündete. Es wird genug Menschen in eurem Umfeld geben, die die Idee bescheuert finden, die es euch nicht zutrauen, die euch den Traum madig machen wollen. Lasst diese Art von Leuten reden! Macht euer Ding trotzdem, haltet euch dabei an die Menschen, die hinter euch stehen, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen, die euch helfen wollen. Diese Menschen sind auf dem steinigen Weg gute Begleiter. Denn der Weg wird steinig. Es ist nicht einfach, sich erfolgreich selbstständig zu machen. Ihr wollt von dem Geld leben können. Und das kann hart werden. Mit den richtigen Leuten an eurer Seite ist aber alles zu schaffen!

Auf einige der Punkte dieser Liste werde ich nochmal gesondert genauer eingehen, wie z. B. auf den Unterschied zwischen Gewerbe und Freiberufler und auf die Frage mit der Umsatzsteuer. Falls es trotzdem noch weitere Fragen gibt, stellt sie gern.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Hallo 2017

Okay, ich gebe zu, ich bin zuletzt extrem still gewesen. Es ist mir auch ein bisschen peinlich. Aber ich habe gute Gründe für meine lange Abstinenz, versprochen! Und jetzt bin ich ja auch wieder da. Aber von vorn.

Mein letzter Beitrag ist von Anfang November. Und ja, ich musste nachschauen, ich wusste es nicht mehr. Was ist danach passiert? Ich war bei einem Konzert, für ein Wochenende in Hamburg, habe meiner besten Freundin beigestanden, habe meinen Job gekündigt und Weihnachten und Silvester gefeiert. Und das alles in knapp zwei Monaten. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber neben dem üblichen Wahnsinn mit Arbeiten und Uni und Privatleben ist es eben doch viel. Und deshalb war es hier so still – weil die anderen Dinge eben eine höhere Priorität hatten.

Zuerst war ich auf einem Konzert. Es war sehr schön. Wenn Interesse an einer ausführlichen Recap besteht, lasst es mich wissen. Direkt im Anschluss bin ich ganz allein in meiner Lieblingsstadt, Hamburg, gewesen. Ich musste einfach mal raus, vier lange Tage. Ich habe die Zeit allein verbracht und das sehr genossen. Dazu kommt aber demnächst nochmal ein seperater Blogpost.

Kaum, dass ich wieder da war, brauchte meine beste Freundin mich. Und ich war da, wie sich das gehört. Zeitgleich habe ich meinen bisherigen Job zum Jahresende gekündigt (kurze Fristen ftw!). Dann kamen auch schon Weihnachten und Silvester. Und jetzt sitze ich hier. 2017.

Frohes Neues!

Ich hoffe, es geht euch allen gut. Ihr habt die Feiertage gut überstanden und seid gut reingerutscht. Ich bin es. Und bin voller Elan, Tatendrang und Motivation, wieder loszulegen. Doch ich muss zugeben, dass ich in Zukunft zunächst nicht ganz so oft dazu kommen werde, zu bloggen. Ich habe zwar meinen Job gekündigt, aber irgendwie muss ich ja Geld verdienen. Und als Studentin darf man, wenn man weiter schön günstig krankenversichert sein möchte, nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Und deshalb ist meine Zeit sehr begrenzt.

Doch nun bleibt natürlich die Frage, was ich denn derzeit so beruflich mache. Tja, das ist im Grunde ganz einfach:

Ich habe mich selbstständig gemacht.

Ich bin seit dem 01.01.2017 freiberufliche Lektorin und Texterin. Ich arbeite für mich. Selbst und ständig, wie man den Selbstständigen nachsagt. Und deshalb ist viel zu tun. Ich kümmere mich ab sofort um alle Belange selbst. Deshalb wird hier nicht mehr so viel los sein wie letzten Oktober. Das ist aber nicht schlimm, hoffe ich. Ich habe genug zu tun, glaubt mir.

Der Plan ist, dass in nächster Zeit neben meinen normalen Themen auch Posts zur Selbstständigkeit kommen, mit Tipps und Tricks, mit wichtigen Dingen, die zu beachten sind und Fehlern, die ich gemacht habe. Wenn es allgemein oder spezifisch Fragen dazu gibt, immer her damit!

Ich bin auf jeden Fall wieder hier. Mal gucken, wie oft.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Blogempfehlung: Lucie Kallies

Manchmal empfehle ich hier Blogs, die ich selbst gern lese. Heute ist es wieder soweit. Ich habe ja erwähnt, dass ich wieder mehr lese, in Blogs, und ich habe einen wunderschönen Blog entdeckt, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

www.luciekallies.de

Einige kennen Lucie vielleicht von YouTube. Sie hat dort einen Kanal, der leider momentan auf Eis liegt. Dafür bloggt sie aber sehr viel. Und sehr schöne Dinge. Vielleicht ist sie auch eher unter ihrem ehemaligen Pseudonym Lucie Redhead bekannt. Vor einiger Zeit hat Lucie sich jedoch dazu entschieden, im Internet ihren echten Namen zu verwenden.

Auf ihrem Blog beschäftigt Lucie sich mit feel good-Themen: Selbstakzeptanz, Selbstliebe, Glück und natürlich eigenen Erfahrungen. In den Kategorien Seelenbalsam, Gedanken und Fühl dich gut! veröffentlicht sie Beiträge, die (zumindest mich) genau ins Herz treffen. Da geht es darum, warum man seine eigenen kleinen Fehler lieben lernen sollte, wie man es schafft, seine vermeintlichen Makel zu akzeptieren und wie man sich um sich selbst kümmert.
Grund dafür, dass sie ihren Blog in diese Richtung ausgerichtet hat, war, dass es derartige Blogger, bzw. Influencer, im deutschsprachigen Raum so gut wie nicht gibt. Im englischsprachigen Raum ist die Idee von „love yourself“ durchaus bekannt, eine sehr berühmte Bewegung ist eff your beauty standards, über die ich ja auch schon geschrieben habe. Doch Lucie ist eine der wenigen Bloggerinnen, die im deutschsprachigen Raum diese Themen ansprechen. Ich lese ihre Artikel unfassbar gern und kann sie euch nur empfehlen.Schaut also gern mal bei Lucie vorbei!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Ich kann alleine sein

Diese Worte und das nun folgende Gedicht sind wieder einmal von der wunderbaren Julia Engelmann. Ich liebe diesen Text und finde ihn wirklich inspirierend. Viel Spaß!
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=D0DHx9MxKcM

Ich kann alleine sein

Ich kann alleine sein.
Ich kann alleine sein.
Ich kann alleine –
seit ich weg bin von der Party und dir
sing ich jetzt schon dieses Lied
und ich singe:
Ich kann alleine sein.

Die Nacht
macht noch vom Dunkel betrunken und ohne mit Gewitter zu zucken
keinerlei Anstalten dem Morgen zu weichen.
Ich gehe nach Hause zwischen laternenen Funken,
in meinem Rucksack trage ich Fragezeichen.
Die schwarze Straße hat sich breit gemacht,
schläft schweigend ihren Rausch aus.
Und zwischen Kreuzungen und Seitengassen tut sich nirgendwo mein Haus auf.
Und ich merke, wie ich gehe,
merke, wie ich mich bewege,
aber mein Leben auf der Stelle steht
und bloß unter mir die Welt sich dreht.
Und unter meinen Füßen ist die Erde ein Laufband.
Ich laufe nach vorn, komm trotzdem bloß hier an.
Meine Welt ist ein Zelt, bloß aus ewigem Treibsand.
Alles bleibt gleich, ohne Ein-, ohne Ausgang.
Alle Schritte, die ich gehe, sind der Sand in meiner Sanduhr.
Alle Straßen, alle Wege, alles kommt mir so bekannt vor.
Hier zum Beispiel:
Genau hier war ich schonmal letztes Jahr,
ich weiß noch, wie verletzt ich war,
ich dachte, ich wär weiter, aber jetzt bin ich schon wieder da.
Und was hab‘ ich nicht alles gemacht seitdem:
Ich hab‘ neue Berge bezwungen,
hab‘ neue Lieder gesungen,
bin über Schatten gesprungen,
hab‘ mich zum Lachen gezwungen.
Hab‘ mich zusammengerissen,
um mich neu zu entfalten.
Um langen Atem zu haben, hab‘ ich Luft angehalten.
Hab‘ mich ins Wasser gestoßen, um schneller schwimmen zu lernen.
Hab‘ meine Sachen verloren, um schneller fündig zu werden.
Aber:
Alles bleibt dasselbe.
Ich zum Beispiel sehe jeden Tag gleich aus.
Lös‘ bei mir selbst keinen Hype aus,
steh‘ dann vorm Spiegel ganz kleinlaut und verharre mit meinen Augen manchmal ein bisschen zu lange auf dem, was hinter mir liegt.
Und alles bleibt dasselbe.
Ich zum Beispiel.
Und alle Phrasen, die ich jeden Tag sage.
Und alle Fragen, die ich jeden Tag habe.
Wie die Frage danach, wann endlich alles gut wird.
Und alles bleibt dasselbe, ich zum Beispiel.
Wie eine Spieluhr, die tanzend immer wieder und wieder
um sich selber kreist.
Immer müder und müder die Welt anschweigt,
im Takt ihrer Lieder bloß bei sich und dieselbe bleibt.

Und ich singe:
Ich kann alleine –
seit ich weg bin von der Party und dir
war ich noch nie so schlecht darin, alleine zu sein.
Aber du?
Du bist nicht alleine.
Nein.
Du bist unabhängig.
Du bist ein Peter Pan-Cowboy-Wolf,
dein eigener instant fan,
du brauchst kein Zuhause, du kommst überall unter nämlich.
Und Hauptsache, dein Leben ist nice via instagram.
Und du gibst dir nur die harten Bässe,
du kippst dir nur die harten Sachen,
du zerstreust dich wie Konfetti
und du nennst das Ganze Party machen!
Mit gesichtslosen Leuten, die sich verzichtlos betäuben.
Und so bist du nüchtern zu schüchtern und besoffen zu offen
und denkst dir: „Hey! Wie war das nochmal mit dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach?“
Und so nimmst du lieber den Schmatzer auf die Wange
als die Trauung auf der Yacht.
Und dann ziehst du los
und paarest dich, aber
wer im Rausch mit dir ’ne Festung baut,
stellt dir kein Wurfzelt auf bei Tageslicht.
Du bist und bleibst mein Rätsel.
Das denk ich, aber sag‘ es nicht
und laufe einfach weiter,
während die Nacht längst in den Abend bricht.

Und ich singe:
Ich kann alleine –
seit ich weg bin von der Party und dir
denk ich, dass wir doch wenigstens zusammen alleine sein könnten.
Aber wenn ich dir meine Hand gebe
nimmst du sie nicht an.
Weil du sagst, dass der, der nichts hat, auch nichts verlieren kann.
Das ist sehr clever.
Ja, wer nichts hat, kann nichts verlieren, aber
der hat auch nichts.
Und klar:
Was uns Halt gibt, kann uns fallen lassen.
Wer uns liebt, kann uns alleine lassen.
Was uns frei macht, schränkt uns doch bloß ein.
Wenn wir laut sind, wollen wir leise sein.

Und ich singe:
Ich kann alleine sein.
Ich kann alleine sein.
Ja,
sogar besser, als ich dachte.
Auch wenn ich glaube, dass ich dafür nicht gemacht bin.
Und unter meinen Füßen bleibt die Erde ein Laufband.
Es ist so viel passiert,
steht trotzdem alles auf Anfang.
Wenn der Weg doch das Ziel ist,
dann komm ich vielleicht doch an.
Ich drossel das Tempo
und geh‘ heute mal langsam.
Und was sonst das Ziel sein könnte?
Ich wär‘ irgendwann gern stark.
Und ein bisschen weniger ironisch.
Vielleicht ein bisschen mehr bei mir,
nicht ganz so melankomisch.
Ich wär‘ irgendwann gern alt.
Und vielleicht ein bisschen weise.
Ich weiß noch nicht, wie bald und noch nicht, auf welche Weise.
Ich weiß, ich wär‘ gern nicht allein
und gesund sein wär‘ vorzüglich.
Und ich wünsche mir vor allem,
ich wäre dann ein bisschen glücklich.
Und bis dahin
werde ich manchmal an dich denken,
auch wenn du mich vergisst.
Und bis dahin
werde ich aufhören zu fragen, wann endlich alles gut wird.
Weil, weil nämlich längst schon alles gut ist.
Ja.
Weil nämlich längst schon alles gut ist.

Das war’s auch schon wieder. Ich lasse das, wie immer, einfach wirken.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Warum man immer tun sollte, was man liebt

Ein sehr langer Titel für einen Blogpost. Aber, um ehrlich zu sein, ist mir nichts Kürzeres eingefallen. Und dank dieses langen Titels braucht der Post keine lange Einleitung, denn im Grund ist ja klar, worum es gehen wird, oder?
Kurz zum Hintergund: Inspiriert hat mich ein YouTube-Video, das ich euch im folgenden verlinken werde. Schaut es euch an, lasst dem jungen Mann vor der Kamera ein bisschen Liebe da und dann lest hier weiter! 😉

Nun also zu meinem Anliegen. Viele wichtige Dinge sind in dem Video ja bereits angesprochen worden. Im Grunde geht es darum, dass man immer tun sollte, was man liebt. Seiner Passion, seiner Leidenschaft nachgehen. Sich nicht in eine Rolle drängen lassen, sei es beruflich oder privat, die man nicht ausfüllen will, in die man nicht reinpasst.

Leider schreibt uns die Gesellschaft ganz oft genau das vor. „Du brauchst einen sicheren Job!“ heißt es dann, oder „Du musst dich den gesellschaften Normen und Werten anpassen!“ Aber das eigene Glück, die eigene Zufriedenheit bleibt dabei auf der Strecke. Und das kann krank machen.

Meine Erfahrungen:
Ich selbst habe 2009, direkt nach dem Abitur, eine Ausbildng angefangen. Ich wollte Ergotherapeutin werden. Wenn man mich heute fragt, kann ich nicht einmal mehr genau sagen, warum. Aber es klang spannend, also habe ich mich an Schulen beworben. Als kurze Information: Es gibt sowohl staatliche als auch private Schulen. Ich war an einer privaten Schule und musste dort ordentlich Schulgeld blechen.
Die ersten eineinhalb Jahre der Ausbildung waren toll. Wir hatten Unterricht, haben viel über Anatomie, Krankheitsbilder, Psychologie und viele handwerkliche Dinge gelernt. Ich habe tolle neue Menschen kennen gelernt, unter anderem meine heutige beste Freundin. Ich habe viel aus dieser Zeit mitgenommen, war eine gute Schülerin und bin noch heute in meiner Familie Ansprechpartnerin für Krankheiten. Doch dann kam die Wende.
Es ging in das erste Praktikum. Ich kam in eine Praxis für Ergotherapie und Logopädie. Ich sollte nun selbst mit Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen arbeiten. Und dann wurde mir eine Sache zum Verhängnis: Ich hatte vorab kein Praktikum zur Orientierung gemacht. Ja, das war dumm. Ich würde es heute anders machen. Ich wusste also leider nicht wirklich, worauf ich mich einließ, war überfordert mit der Arbeit dort und nahm zu viel von den Erlebnissen in der Praxis und auf Hausbesuchen mit nach Hause.

Und das machte mich krank. Ich wurde kreuzunglücklich, wollte es aber noch nicht wahrhaben. Ich verlor ein Stück weit meine Lebensfreude, war ständig müde, ausgelaugt und hatte in meiner Freizeit keine Lust, irgendetwas zu machen. Einige Menschen in meinem Umfeld tippten damals auf Burnout. Mein Exfreund meinte in einem kurzen Gespräch, es sei wohl eher eine Depression. Ich habe es niemals herausgefunden, da ich es nicht behandeln lassen habe.
Ich wurde auch körperlich krank. Ich schlief schlecht, was zu Leistungs- und Konzentrationsproblemen führte. Ich bekam eine Magenschleimhautentzündung, wie ich sie schon einmal hatte, als ich psychisch großem Stress ausgesetzt gewesen war. Und trotzdem ging ich immer weiter hin.
Eines Tages fragte meine Anleiterin im Praktikum mich, warum ich eigentlich überhaupt weitermachen würde, wo ich mich doch so schwer tat. Meine Antwort:

Um es mir und allen anderen zu beweisen.

Nach diesem Gespräch ging ich nach Hause und die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Was tat ich hier eigentlich?! Ich wollte eine teure Ausbildung weiterführen, die mir weder Spaß machte, noch mit ausfüllte, nur um es irgendjemandem zu beweisen? Ich wollte noch mehrere tausend Euro in einen Job investieren, den ich definitiv nicht ausüben würde? Ich wusste ja noch nichtmal, ob ich die Abschlussprüfungen so schaffen würde. Ich stellte fest, dass der Beruf der Ergotherapeutin eindeutig der Falsche für mich war.

Nach dieser Erkenntnis stand meine Entscheidung relativ schnell fest: Ich würde die Ausbildung abbrechen. Doch was dann? Ich besann mich auf das, was mir schon immer Spaß gemacht hatte: Das Schreiben. Da es in diesem Bereich wenig Möglichkeiten gibt, ohne Studium eine Ausbildung zu machen oder beruflich Fuß zu fassen, bewarb ich mich an verschiedenen Universitäten der Umgebung auf verschiedene Studiengänge: Journalistik bzw. Journalismus, Germanistik, Publizistik. Angenommen wurde ich dann an der Universität Duisburg-Essen für Germanistik auf 2-Fach Bachelor of Arts. In diesem Jahr habe ich dort eben jenen Abschluss erworben.

Wie hat mein Umfeld reagiert?
„Gemischt“ trifft es wohl am besten. Meine Eltern haben meine Entscheidung akzeptiert, hatten sie doch gesehen, wie schlecht es mir in der Ausbildung gegangen war. (Um ehrlich zu sein, waren sie in erster Linie froh, dass ich nicht schwanger war oder so, sondern ’nur‘ die Ausbildung abbrechen wollte). Der Lieblingsmann riet mir, die Ausbildung noch zu Ende zu machen, damit ich wenigstens überhaupt etwas hätte. Habe ich sofort ausgeschlagen, weil ich ja wusste, dass mir das absolut nichts bringen würde (vermutlich nicht mal einen Abschluss!). Die Schule hat mich gefragt, ob es nicht doch an der Praxis liegt und ob ich nicht doch nochmal darüber nachdenken wollte (danke, nein.). Mein Freundeskreis hat verständnisvoll reagiert, aber was hätten sie auch tun sollen? Meine heutige beste Freundin hatte am meisten Verständnis, wusste sie doch, wie schwer die Ausbildung sein kann. Sie ist übrigens der einzige Mensch aus der Ausbildung, mit dem ich überhaupt noch Kontakt habe.

Ich ging also, nach dem Gespräch mit dem Lieblingsmann und meinen Eltern, ein letztes Mal zur Schule, überraschend gefasst, um mit der Schulleitung und meiner Kursleitung zu besprechen, was ich entschieden hatte. Kündigungsgespräche fielen mir offenbar immer schon leicht, denn nach nicht einmal 30 Minuten war alles geklärt. Ich rief in der Praxis an, meldete mich ab und das war’s.

Was war die Folge?
Ich fühlte mich instant besser. Ich wurde schlagartig fröhlich, konnte wieder gut schlafen und nach drei Tagen waren die Magenprobleme wie weggeblasen. Überraschend? Nicht wirklich. Der falsche Beruf, das falsche Leben kann krank machen. Nicht nur, dass man dauerhaft unzufrieden ist, sondern man kann wirklich ernsthafte gesundheitliche Probleme davontragen.
Es hat mich etwa eineinhalb Jahre gekostet, diese Erkenntnis zu erlangen. Und mit diesem Post möchte ich euch helfen. Ich möchte verhindern, dass es bei euch auch so lange dauert, zu kapieren, dass ihr immer tun solltet, was ihr liebt.

Lasst euch nicht einreden, ihr müsstet einen bestimmten Beruf ergreifen, weil er sicher ist oder weil man das eben so macht. Lebt nicht die Träume und Wünsche eurer Eltern, eurer Freunde oder anderer Verwandten oder Bekannten. Lebt eure eigenen Träume! Ihr könnt grundsätzlich alles sein, alles tun, was ihr möchtet.
Auch der Schulabschluss ist dafür nicht entscheidend. Natürlich solltet ihr einen Abschluss machen, das steht außer Frage. Aber ich habe mit einem Abi-Durschnitt von 3,4 und einer 5 in Deutsch auf dem Abiturzeugnis Deutsch studiert (bzw. tue es immer noch). Solange ihr das, was ihr tun wollt, mit Leidenschaft verfolgt, könnt ihr es auch erreichen.

Und es ist übrigens keine Schande, mit Anfang 20 nochmal alles über den Haufen zu werfen. Ganz im Gegenteil. Sofern es euch glücklich macht, macht ihr alles richtig. Dann könnt ihr getrost auf die ‚verlorenen‘ Jahre scheißen und euch stattdessen freuen, dass ihr wieder glücklich seid. Dafür müsst ihr euch auch wirklich nicht schämen.

Heute bin ich glücklich. Ich habe gerade mein Master-Studium angefangen, habe eine berufliche Perspektive und wunderbare Menschen in meinem Umfeld, die mich unterstützen. Ich bin gesundheitlich (bis auf kleinere Wehwehchen) gut drauf und habe Spaß an dem, was ich tue, sei es das Studium oder der Blog. Und meine ganz klare Botschaft an euch:

Ihr könnt das auch. Und damit möchte ich den Blogpost schließen, mit den gleichen Worten, mit denen auch oben verlinktes Video endet.
Denk‘ mal drüber nach: Was willst du wirklich?

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Lieblinge im Oktober: FoodFashionFun

Ging der Oktober für euch auch so schnell vorbei? Ein Wimpernschlag, und schon ist November… Irre. Ich hatte so viel zu tun, dass ich gar keine Zeit hatte, tatsächlich zu merken, wie der Oktober vergeht. Dafür habe ich aber doch überraschend viele Dinge, Erlebnisse und Menschen gehabt, die im Oktober ganz besonders für mich waren. Und davon erzähle ich heute, mal wieder.

  1. Die Bloggerszene. Ich habe meine Follow-Liste ausgemistet und lese seit einiger Zeit auch selbst wieder vermehrt Blogs. Es macht mir Spaß, durch Blogs in die Köpfe anderer Menschen hinein schauen zu können (vielleicht befriedige ich damit auch nur meine voyeuristische Ader…). Aber ich blogge auch selbst sehr viel mehr. Vielleicht ist das dem ein oder anderen geneigten Leser auch schon aufgefallen. Immerhin kam in der zweiten Oktober-Hälfte beinahe jeden Tag ein Blogpost. Ich bin schon ein bisschen stolz!
  2. Die Introversion-Videos von Andre Teilzeit. Die Video-Reihe hat dafür gesorgt, dass ich mich selbst mehr mit mir, mit meiner Art auseinander gesetzt habe und mich tatsächlich selbst ein bisschen mehr verstanden hab. Ich verlinke euch hier eine entsprechende Playlist, falls ihr euch zu dem Thema noch weitergehend informieren wollt:
  3. Berufsberatung auf twitter. Ich habe ja schon an anderer Stelle erwähnt, dass ich durch twitter viel mit Jüngeren zu tun habe, in letzter Zeit. Und das führt auch dazu, dass ich im letzten Monat vermehrt nach meinem Studium gefragt wurde, danach, was ich im Abi gemacht habe und danach. Und das führte dazu, dass ich junge Menschen zu Studiengängen beraten habe, ihnen erklärt habe, wie und wo sie sich informieren können und wie sie herausfinden können, was sie machen wollen. Und das hat mir tatsächlich richtig viel Spaß gemacht! Hätte ich zu meiner Abi-Zeit doch nur mal so jemanden gehabt…
  4. Das neue Album der Gumbles: Schlittenhunde und Kojoten. Es erschien am 14. Oktober und ist das fünfte Album der Jungs. Reinhören kann man hier (Disclaimer: Es ist garantiert nicht für jeden was, aber ich feier es hart – und freue mich schon auf die Record Release Show am 5. November in Essen!):
  5. Das Album Hydra 3D von DAT ADAM. Es ist das erste Album der Gruppe und überhaupt die erste Veröffentlichung seit der Chrome EP. Und man merkt, dass die Jungs nur das machen, auf das sie Bock haben. Etwas ganz anderes als die Gumbles, aber nicht minder geil. Und ebenfalls nicht unbedingt klassischer Breite-Masse-Pop. Aber auch dieses Album feiere ich sehr. Zum Reinhören gibt’s hier die Soundcloud-Playlist:
  6. Das neue Fewjar-Album Until. Es ist, wie das DAT ADAM-Album am 28. Oktober erschienen. Ich freue mich tierisch auf das Konzert Mitte November in Köln und höre deshalb natürlich auch das Album. Leider habe ich bisher keine Seite gefunden, wo man das Album for free und ohne Werbung komplett hören kann. Aber vielleicht kommt das ja noch. Vorerst, hier, die Albumcollage, in der jeder Song zumindest kurz angespielt wird:

So, das waren sie, meine Lieblinge im Oktober. Ich hatte eingangs ja auch Menschen versprochen, aber ganz ehrlich? Die Menschen, die mir die liebsten sind, wissen das sowieso, dafür brauche ich es hier nicht schreiben. 😉

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

Grüner wird’s nicht

Ein Gedicht von Julia Engelmann, das ich abgetippt habe, weil ich es ganz besonders fantastisch finde. Vielleicht mache ich sowas jetzt immer mal zwischendurch, Texte abtippen, die ich besonders tiefgründig oder schön finde.
Quelle: https://youtu.be/UWgSwhE2YXY?t=26m10s

Grüner wird’s nicht

Da stehst Du nun:
knöcheltief in den Startlöchern drin, bereit jetzt loszulegen.
Doch Du sagst:
„Hey! Auch der Startmoment soll stimmen!“
Und Du brauchst Zeit zu überlegen.
Und so wartest Du. Und Du wartest schon so lange auf den einen Moment, ohne eigentlich zu wissen, woran man ihn erkennt.
Und Du hast so viele Ziele, aber trotzdem hältst Du inn‘.
Doch allein Dein guter Wille, der bringt Dich dort nicht hin.
Dann sagst Du immer nur: Die Andern versperren Dir Dein Glück.
Dabei stehst Du Dir selbst im Weg und hältst Dich selbst zurück.
Und Wittgenstein sagt: „Sprache schafft Wirklichkeit.“
Und Du redest, und redest, und es tut sich so wenig und die Tage vergehen und sie sehen sich so ähnlich.
Denn nich‘ abstraktes Gerede über das was nicht ist, sondern praktisches Leben postuliert, wer Du bist.
Taten, Taten schaffen Wirklichkeit.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Du wirst nicht gelebt, sondern Du kannst selber leben.
Du wirst nicht bewegt, sondern kannst auch selber gehen.
Wähle, was Du erstrebst und dann kannst du’s dir nehmen.
Wer zu lang‘ überlegt, der verpasst ein Stück Leben.
Und frag‘ Dich nicht, was richtig ist, sondern frag‘ Dich, was Du fühlst.
Hör auf zu fragen, ob Du kannst, sondern frag Dich, ob Du willst.
Und wenn ja, dann zieh‘ die Konsequenzen aus Deinen Gedanken.
Begib Dich vom Denken ins einfache Handeln.
Red‘ nicht vom dancen, sondern fang‘ an zu tanzen.
Nimm mal die Steine aus dem Weg und dann feuer einen Startschuss.
Lass die Leinen los, fahr auf See und erneuer Deinen Status.
Verlass mal die Metaebene.
Veränder mal die Draufsicht.
So sicher es auch scheint, Leben in Gedanken taugt nichts.
Und Du kriegst, was Du gibst, wenn Du tust, was Du liebst.

Grenzen sind Phantome, gebaut von Angst bloß in Gedanken.
Wenn Du einmal um Dich siehst, dann stehen da nirgends Schranken.
Dein Weg ist frei, ganz bis zum Horizont und bietet klare Sicht.
Nur gehen musst Du noch alleine, denn das macht keiner für Dich.
Die beste Zeit ist immer jetzt und viel grüner wird es nicht.
Nur gehen musst Du noch alleine, denn das kann keiner für Dich.

Ich möchte das an dieser Stelle gar nicht groß kommentieren, sondern den Text einfach wirken lassen.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!