Blogempfehlung: Lina Mallon

Ihr wisst ja, dass ich nicht nur selbst eifrig blogge, sondern auch ein paar ausgewählte andere Blogs verfolge. Und manchmal stelle ich anderer Leute Blogs vor, einfach, weil ich diese Blogs verdammt gerne mag und hoffe, dass der Eine oder die Andere von euch den Blog noch nicht kannte und ihn sich dann ansieht – und sich genauso verliebt wie ich einst. Heute ist es also mal wieder so weit: Ich empfehle euch die wunderbare Lina Mallon.

Lina ist eine Bloggerin, die in Hamburg lebt. Sie ist Single (und ja, das ist wichtig) und schreibt eine Datingkolumne. Aber nicht nur das. Auf ihrem Blog www.linamallon.de geht es außerdem um Mode, um schnelle Autos, um Reisen und um so viel mehr! Lina nimmt ihre Leser mit, in ihr Leben, ihren Alltag und zeigt uns, was sie tut und was sie denkt. Und Lina ist ’ne verdammt ehrliche Haut. Mit ihrer direkten Art kommt bei weitem nicht jeder klar – Lina hat eine Meinung und vertritt diese auch. Konsequent. Und das ist eine der Eigenschaften, die ich an ihr am meisten bewundere.

Seit einiger Zeit erzählt sie aus ihrem Leben nicht nur auf dem Blog, sondern auch in Form eines Podcasts, den man sowohl auf iTunes als auch auf Soundcloud hören kann. Sie vertont dabei ihre #twentysomething-Kolumnen und erzählt danach noch etwas zum Thema, erklärt, wie die Story weiterging und nimmt uns in ihre Gedanken mit. Außerdem hat sie die Live-Funktion von instagram für sich entdeckt und macht mit schöner Regelmäßigkeit kleine (oder größere) Live-Sessions, bei denen sie mit ihren Zuschauern über dieses und jenes diskutiert, Fragen beantwortet und von ihrem Tag erzählt.

Was ich an Lina so toll finde? Ihre Authentizität. Sie ist echt, ehrlich, auch mal unbequem, erzählt, was sie wirklich fühlt. Wenn sie etwas macht, nimmt man ihr das anstandslos ab. Dieses Gefühl fehlt mir bei vielen Bloggerinnen. Egal, ob es um Kooperationen geht oder nicht, Linas Blogposts sind immer authentisch.

Wenn ihr echte Dating-Storys lesen mögt, die Ansichten einer EndMittzwanzigerin euch interessieren oder ihr auf den Porsche 911 steht, dann schaut mal bei Lina vorbei!

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!

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Von Nacktheit und Verantwortung

In meinem Alltag beschäftige ich mich zugegebenermaßen oft zu wenig mit anderen BloggerInnen. Ich habe oftmals keine Zeit, regelmäßig die Beiträge der Blogs zu verfolgen, die ich auf dem Schirm habe, denen ich zum Teil schon lange folge. In den sozialen Netzwerken bin ich umso aktiver, schaue mir Bilder an, lese Tweets und verfolge Konversationen. Doch gerade in letzter Zeit fällt mir eine Sache auf: Dieses viel gelobte #girlpower-Ding, dieses andere Frauen supporten, das ist irgendwie auf der Strecke geblieben. Treibe ich mich nur in den falschen Kreisen herum oder sind wir auf einmal wieder stutenbissig? Verurteilen wir einander auf einmal wieder für etwas, das wir doch feiern sollten? Ich bin mir nicht sicher, wie ich es finden soll, dass Bloggerinnen auf einmal andere Bloggerinnen dafür verurteilen, dass sie sich zeigen, wie sie sind, dass sie mit sich selbst im Reinen sind und dies auch zeigen wollen, diese Message nach außen tragen wollen.

Sind wir neidisch? Ich bin mir nicht sicher, warum es auf einmal „likegeil“ oder „fishing for compliments“ sein soll, wenn eine Frau ein Foto postet, auf dem vielleicht 1/3 ihrer Brüste zu sehen ist. Ja, ich spreche hier von den instagram-Bildern von Lina Mallon. Auch ich habe sie gesehen und auch ich dachte „Oh, Brüste!“. (Das könnte aber auch daran liegen, dass ich ganz tief in meinem Innern ein 14-jähriger Junge bin, der bei dem Wort Penis anfängt zu kichern).
Allerdings dachte ich nicht eine Sekunde „musste das sein?“ oder „damit geht sie zu weit.“ Natürlich habe ich ihre Brüste gesehen, natürlich habe ich sie bemerkt. Aber wem ist aufgefallen, dass es bei dem Bild eigentlich um den Sweater ging? Zu diesem konkreten Bild und der darum entstandenen Diskussion kann ich im Grunde nur eines sagen:

Lina ist offensichtlich mit sich im Reinen. Sie mag sich so, wie sie ist und hat ein ästhetisches Foto von sich gepostet.

Natürlich ist dieses Bild keine Pornographie. Und selbst wenn es pornographisch wäre, wäre das vollkommen in Ordnung, solange sie hinter diesem Bild steht. Ich denke nicht, dass es in meinem Verantwortungsbereich liegt, was für Fotos Lina (oder sonst jemand) wo auch immer hochlädt. Sofern die auf den Bildern zu sehende Person zufrieden mit dem Bild ist, ist alles gesagt.

Kommen wir nun zu einem weiteren Punkt der Debatte. Unsere Verantwortung. Natürlich haben Blogger, YouTuber, Influencer, Personen des öffentlichen Lebens, eine Verantwortung ihren Lesern, Zuschauern, Fans gegenüber. Diese Verantwortung umfasst meiner Meinung nach vor allem folgende Dinge: Authentizität, Ehrlichkeit und Loyalität.
Authentizität vor allem in Hinblick auf sich selbst. Das, was ich von mir zeige, muss echt sein, muss ich sein. Warum sollte ich etwas schreiben, das ich selbst gar nicht oder nur teilweise so empfinde? Warum sollte ich für etwas stehen, was ich eigentlich nicht unterstütze?
Ehrlichkeit bezieht sich auf seine Leser bzw. Zuschauer. Lügen sollte niemand von uns. Kannst du nichts Ehrliches sagen oder tun, dann halte vielleicht besser die Klappe. Das bezieht sich ja nicht nur auf’s Bloggen, sondern gilt für’s ganze Leben.Loyalität zu sich selbst. Das geht Hand in Hand mit der Authentizität. Ich kann nicht etwas tun, weil es der breiten Masse, der Öffentlichkeit gefällt, auch wenn ich da eigentlich nichts von halte. Vor allem auf YouTube ist das ein weit verbreitetes Phänomen. Gerade bei Produktplatzierungen merkt man immer wieder, wie viele YouTuber nicht wirklich hinter dem stehen, was sie tun.

Authentisch, ehrlich, loyal – mehr braucht es nicht.

Ich denke nicht, dass ich bei jedem Wort, das ich schreibe, drei Mal darüber nachdenken muss, wie es irgendein 12-jähriges Mädchen eventuell möglicherweise aufnehmen könnte. Den Erziehungsauftrag treten die Eltern dieses Mächens nämlich nicht an Blogger, YouTuber und andere Influencer ab, nur weil das Mädchen sich jetzt im World Wide Web bewegt. Nur aus der Existenz meines Blogs, der Existenz der dort geposteten Inhalte, lasse ich mir keinen Strick drehen.

Die Bloggerin Franzi von zukkermaedchen hat dazu auch einen Blogpost verfasst – der teilweise als Reaktion auf Linas Fotos gewertet werden kann. Leider setzt sie, soweit ich das verstehe, „freizügige“ Fotos mit Likegeilheit gleich. Sie unterstellt Lina sogar (Achtung, subjektive Interpretation von mir!), dass die Fotos nicht gänzlich der Wahrheit entsprechen.
Ich denke nicht, dass sich irgendjemand das Recht heraus nehmen sollte, darüber zu urteilen, ob Linas Fotos nun echt sind, oder ob sie einen (oder mehrere) Filter benutzt hat, ob sie durch Make-Up (oder gar plastische Chirurgie) etwas an ihrem Körper optimiert hat. Es ist ihre Sache, Punkt.

Und noch etwas: Lina schreibt niemandem vor, wie er zu sein hat, auch wenn man das nach Lektüre des Blogposts von Franzi denken könnte. Sie zeigt sich selbst, sie sagt nicht „Seht her, das ist das perfekte Mädchen! So hat jede Frau zu sein! Dies hier ist DAS Schönheitsideal!“

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Natürlich muss jede Frau, jeder Mensch, selbst entscheiden, wie viel er von sich preisgibt, sowohl online als auch im realen Leben. Und natürlich geht es dabei nicht nur um unsere Körper, sondern auch um unseren Charakter, unsere Wertvorstellungen und unsere Träume, Wünsche. Nicht jede Frau muss ihre Brüste (oder einen Teil davon) auf instagram zeigen. Aber warum sollten wir sie davon abhalten, wenn sie möchten? Auch Lina hat niemandem dazu geraten, es ihr gleich zu tun. Sie hat für sich entschieden. Nicht für andere.

Für mich müsse Bilder auf instagram (oder sonstwo) übrigens nicht zwingend eine tiefere Message haben. Manchmal geht es doch genau darum: Ästhetik, das Bild an sich. Viele Bilder sind einfach schön anzuschauen und haben – für mich – damit schon ihren Zweck erfüllt.
Natürlich stellt sich an diesem Punkt dann wieder die Frage, ob sie nicht doch nur für Likes, für das Gefallen, für Anerkennung gepostet wurden. Und damit einhergehend die Frage, ob wir das wirklich unterstützen müssen.

Auch ich kann mich nicht davon freisprechen, manchmal Bilder zu be- oder verurteilen. Zu denken „war es wirklich nötig, dieses Bild zu posten?“ Doch dann frage ich mich wieder, ob es mir zusteht, so zu denken. Ob diese Frage nicht doch einen Tick zu weit in die Persönlichkeitsrechte eines anderen hineingreifen. Und meistens komme ich zu dem Schluss, dass die Person, die dieses Bild gepostet hat, selbst entscheiden kann, soll und muss, was sie postet.

Ich habe in erster Linie eine Verantwortung für mich. Ich muss mit mir im Reinen sein, mir meiner selbst bewusst sein und eine gewisse Portion Selbstliebe aufweisen. Und ich unterstelle meinen Lesern, dass auch sie eine Verantwortung für sich selbst haben. Natürlich übernimmt jeder von uns auch Verantwortung für andere – in erster Linie für den festen Partner, für Freunde, die Familie, eigene Kinder. Natürlich weiß ich, dass Blogger eine Vorbildfunktion einnehmen. Ich weigere mich aber, meinen Lesern ihre Verantwortung für sich selbst abzunehmen. Ich (und viele andere Blogger tun es mir gleich) schreibe subjektiv, aus meiner Perspektive und zwinge niemanden, etwas genauso zu sehen wie ich oder mir gar etwas nachzumachen.

Mein Rat also für euch: Denkt nach! Egal was ihr lest, seht, was euch jemand sagt: Strengt euren eigenen Kopf an und denkt nach! Und dann tut das, was ihr für richtig haltet. Nicht das, was jemand anderes für richtig hält, nur weil er es tut.

In diesem Sinne,
Prost,

die Ruhrpottperle!